The Mother City

‚Es bringt nichts früh loszufahren, dann stehen wir nur im Stau’ meint Ralf und dieser Satz klingt wie Musik in meinen Ohren.

Je näher wir Kapstadt kommen, umso mehr illegale Siedlungen säumen die Straße. Auch, wenn die Regierung kontinuierlich Häuser für die ärmsten der Armen bauen lässt, so ist das Problem der Arbeitslosigkeit und der Perspektivlosigkeit ungelöst. Täglich 600 Fälle von Gewalt an Frauen und Kindern zeigt die Statistik des Landes auf und sie sind machtlos, aber durchaus kreativ: Die Staatskasse spendet Satellitenschüsseln und Fernseher gegen Langeweile und es scheint ein erfolgreiches Mittel zu sein, denn die Zahlen gehen runter.

Was geht es uns dagegen gut an diesem Tag, an dem unsere einzige Sorge ist, ob der Wind die Auffahrt auf den Tafelberg zulässt oder nicht…

You know what? Heute lasse ich vor allem Bilder sprechen, denn so sehr ich mir das Hirn auch zermartere, es kommen keine gescheiten Sätze heraus. Kein Alkohol ist auch keine Lösung! Weiterlesen „The Mother City“

The Big Easy

In ‚Omas Bakery‘ irgendwo in der Prärie zwischen Mossel Bay und den Winelands stoppen wir für ein leichtes Mittagessen und den obligatorischen Gang durch die hiesige Keramikausstellung. ‚Herrlich, hier gibt es gestrickte Klorollenüberzieher, guck mal!‘ ruft Annette. Ich finde etwas ganz anderes für sie, nämlich ihre heißgeliebte Lakritze, hier aus eigener Herstellung und abfüllbar in der guten, alten Papiertüte zu wenigen Rand pro hundert Gramm.

Wir erreichen die Küste bei Gaansbai, wo eine steife Brise weht und die Sonne aus allen Knopflöchern scheint. Weiterlesen „The Big Easy“

Sherry with the Fruits

Ein warmer Wind weht mir durchs Gesicht und in der untergehenden Sonne sehen die Zebras nochmal so schön aus. Ich habe einen Sonnenbrand und zuletzt zu viele Gin&Tonics getrunken, aber die Romantik des Augenblicks ist nahezu vollkommen. ‚Malaika, wollen wir uns wieder vertragen?‘ trällert Markus, holt mich in die Realität zurück und hält mir ein Schnapsglas mit Jameson unter die Nase. ‚Weißte doch, Prophylaxe, ne?‘ Ich lehne dankend ab und widme mich wieder meinen Aufgaben auf dieser Tour. Weiterlesen „Sherry with the Fruits“

Meer, Natur und eine Handtasche für Maren

Welch ein Geschenk es doch ist, dass mir Ende November eine warme Morgensonne beim Frühstück auf den Rücken scheint. Überhaupt ist das Frühstück mit Strand- und Meerblick, mit frischem Obst und zu einer christlichen Uhrzeit ein friedlicher Start in den Tag. ‚Mal sehen, ob sie uns das morgen früh schon wieder vergessen haben, dass wir sie heute haben ausschlafen lassen‘ lache ich Ralf an und der nickt – morgen wird es nochmal richtig früh losgehen. Weiterlesen „Meer, Natur und eine Handtasche für Maren“

Moby Dick

‚Maren, ich hab‘ ne tolle Nachricht für dich‘ sagt Ralf, ‚wir schaffen sowohl das Apartheid Museum als auch den Besuch von Soweto heute Vormittag.‘ Die SAA hatte unseren Flug vor drei Wochen um zwei Stunden nach vorne verlegt und eigentlich bedeutete das, eins von beidem aus dem Programm zu streichen. Aber mit dieser disziplinierten Gruppe geht das trotzdem, denn ein strenges Zeitmanagement sind sie inzwischen ja gewöhnt 😉 Weiterlesen „Moby Dick“

Im Krüger Nationalpark

‚Mach bei mir mal 75 Striche bei Wasser‘ rufe ich unserem lieben Busfahrer Thomas zu ‚und sei so gut und lade 25 Flaschen in jeden der drei Geländewagen‘. Bis zu 38 Grad werden heute erwartet und es staubt gewaltig. Da wollen wir besser genug zum Trinken an Bord haben.

Man denkt’s ja nicht, aber die ersten 2 Stunden ist es durchaus frisch im Fahrtwind und ich bin froh, dass ich meine dicke Jacke anhabe. Auch die Prophylaxe, wie Markus seinen Jameson liebevoll umschreibt, nehme ich dankend an. Kein Bier vor vier, aber ein schnell gekippter Schluck Whiskey vor 6 Uhr morgens passt schon, denn er wärmt von innen und beugt schließlich Magenproblemen vor – man kann sich das problemlos schönreden. Weiterlesen „Im Krüger Nationalpark“

Mpumalanga

Endlich ausgeschlafen und voller Tatendrang marschiere ich zum Frühstück und verteile erst einmal Adapter für die etwas eigenwilligen südafrikanischen Steckdosen. Die Sonne lacht, Paviane sorgen für eine interessante Geräuschkulisse und sind besonders scharf auf die Zuckertütchen, die im Aussenbereich des Restaurants parat stehen. Die Gäste können sich daran deutlich mehr erfreuen als der arme Kerl, der die von langer Hand geplanten Diebstähle mit einem langen Stock vereiteln muss. Weiterlesen „Mpumalanga“

Achterbahn

Wie oft habe ich da nun schon drin gesessen, in der SA 261 nach Jo’Burg. Auch dieses Mal werde ich nicht enttäscht – es ist und bleibt meine Lieblings-Fluggesellschaft. Mein Sitznachbar kommt aus Löhne und freut sich auf eine große Namibia-Botswana-Kombi mit seiner Frau. Wir verstehen und blendend und haben schnell jeder zwei kleine Flaschen Pinotage am Start. Die Verpflegung an Bord ist wie immer beispielhaft. Nur etwas kühl ist der Rebensaft, daher packen wir ihn uns jeweils in die Jacken-Innentasche. „Wie die Penner“ lacht der pensionierte Polizist, wir pütschern uns später noch einen Gin Tonic und ich kann erwartungsgemäß gut schlafen. „Keep your seatbelt fastened, it’s gonna be a bumpy ride“ – davon sollte ich nichts mehr mitbekommen.

Am nächsten Morgen dauert die Immigration ewig, weil nur zwei Schalter geöffnet sind. „Wie in Hannover bei der Post“ unkt ein Kunde. Noch lachen wir, aber das werden wir später noch bereuen.  Weiterlesen „Achterbahn“

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