Kap der Guten Hoffnung

Als wäre es die Amalfitana von Kapstadt, so schlängelt sich der Chapman’s Peak Drive an der Küste entlang und gestattet hinter jeder Kurve eine neue Aussicht auf die kilometerlangen, weißen Sandstrände der Kaphalbinsel, die sich heute im schimmernden Morgenlicht präsentiert. Das Meer glitzert in allen Farben von blau bis türkis und weiße Schaumflocken tanzen auf den Wellen. Wolkenfelder hängen wie Wattebäusche in den Spitzen der prägnanten Hügelkette der Zwölf Apostel.

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Am Long Beach von Nordhoek preschen weit unten Reiter mit feurigen Pferden durch die Brandung, die ich bis hier oben zur Straße tosen höre. Kerstin und ich beschließen, dass wir uns hier am Hang ein Ferienhaus mit Infinity-Pool zulegen wenn wir im Lotto gewinnen, um dann jeden Tag an diesem Wahnsinnsstrand ausreiten zu können.

Das Baden sollte man indes lieber lassen – erstens ist das Wasser mit durchschnittlich 12 Grad recht frisch und zweitens ist das Risiko nicht von der Hand zu weisen, von einem Weißen Hai in den Hintern gebissen zu werden. Die False Bay ist das Gewässer mit der höchsten Hai-Dichte weltweit. Aber warum eigentlich False Bay – falsche Bucht? Nun, das falsche Kreuz des Südens, das dem Original-Sternenbild sehr ähnlich sieht, führte die frühen Seefahrer in die falsche Bucht und zum falschen Kap, wo sie auf Grund liefen oder in den Klippen Schiffbruch erlitten. Die False Bay ist mit eine Fläche von in etwa der Größe Berlins riesig und im Dunst oder Nebel nicht zu überblicken.

340 Vogelarten bitten heute Morgen zum Konzert und das frühe Aufstehen hat sich wieder einmal gelohnt. Als wir das Kap der Guten Hoffnung erreichen, sind eine Truppe Radler und ein Kleinbus da, aber kurze Zeit später haben wir diesen ganz besonderen Ort, den zu erreichen für viele ein Kindheitstraum gewesen ist, ganz für uns alleine. Wir schießen in aller Seelenruhe unsere Bilder aus verschiedenen Perspektiven und die Sonne lacht dazu.

Die hier im Nationalpark beheimateten Paviane lassen zunächst noch auf sich warten und treten dann pünktlich zum ‚Dienst‘ an, als die Cafés und Restaurants an der Kapspitze öffnen. Allen Warnungen zum Trotz lässt sich jemand ein frisch belegtes Baguette aus der Hand stibitzen und es scheint, als sei da ein triumphierendes Flackern in den Augen des Primaten zu entdecken, der sich mit der Beute aus dem Staub macht und sie an einem für Zweibeiner unzugänglichen Ort genüsslich verzehrt.

Hier am Kap blühen unzählige Proteen und allerlei andere Blumen und Pflanzenarten. Ganz tief unten am alten Leuchtturm schnattern Kormorane um die Wette und Seevögel scheinen wie zum Spaß zu wilden Flug-Manövern um die Steilküste anzusetzen und machen dabei einen Mordskrach. Die strahlende Sonne, der böige Wind und das weite, tiefblaue Meer verleihen der Szenerie eine ungeheure Vitalität. Ich kann mich nicht sattsehen und packe schließlich seufzend und 200 Fotoaufnahmen später meine sieben Sachen, denn mit dem Boulders Beach wartet das nächste Highlight.

Sind das heute viele Pinguine! Da wird geschnattert und von hier nach dort gewatschelt, mit Anlauf geht’s ab ins Meer und per Wellentaxi zurück in die wärmende Sonne. Dann wird gekuschelt und zärtlich mit dem Schnabel geknutscht. Pinguine bleiben einander ein Leben lang treu.

Im hübschen Simonstown gibt’s jetzt einen frisch gebrühten Espresso für Maren und mit einem Strandspaziergang in der Bucht von Hout Bay geht der Nachmittag langsam zu Ende, aber wir haben ja noch etwas vor.

Zum Abschiedsdinner kehren wir beim Portugiesen an die V&A Waterfront ein und am späteren Abend machen wir noch immerhin zu zehnt die Bars auf Kapstadts berühmter Vergnügungsmeile, der Long Street, unsicher. It’s Pata Pata time 🎶 🍸👠😎

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