Normandie & Bretagne

Das war:

Französisches Rendezvous
Busreise mit Maren als Reiseleiterin und Mirko Liesebach-Moritz am Steuer
11.06. – 21.06.2017

Buchtipp: Das zweite Königreich von Rebecca Gablé

„In der Normandie gibt es mehrmals täglich gutes Wetter.“

Wer so etwas über sich selber sagt, hat auf jeden Fall Humor.

Meersalz hängt in der Luft. Wind und Wellen haben an der nordfranzösischen Küste eine herrliche Landschaft geformt. Idyllische Weiler und bedeutende Städte prägen das Landschaftsbild ebenso wie steinalte Kathedralen, üppige Apfelbaum-Wiesen und duftende Blumenfelder. Insbesondere im ersten Teil der Reise ist die unheilvolle Geschichte des 20. Jahrhunderts noch allgegenwärtig und die Relikte aus der Zeit sind ein eindrucksvolles Mahnmal gegen das Vergessen. Aber wir wollen noch viel weiter zurück, bis ins Jahr 1066, und eintauchen in die Geschichte Europas…

Sonntag, 11.06., 1. Tag : Anreise Rouen

Am frühen Morgen startet unsere Reise in Hannover und führt über Hameln Richtung Westen. Am späten Nachmittag erreichen wir die normannische Hauptstadt. Abendessen und Übernachtung.

Montag, 12.06., 2. Tag: Rouen – Etretat – Honfleur – Trouville-sur-Mer

Der Maler Claude Monet verewigte die Kathedrale von Rouen in 24 Gemälden, die er bei unterschiedlichem Licht malte. Wir machen uns heute unser eigenes Bild! Schöne mittelalterliche Fachwerkhäuser, bürgerliche Renaissancepaläste, der „Gros Horloge“ und viel mehr gibt es auf unserem Stadtspaziergang zu sehen. In Etretat erreichen wir die Küste mit ihren bis zu 110 Meter tiefen und senkrecht ins Meer fallenden Kreidefelsen. Auf dem Weg nach Honfleur überqueren wir die größte Schrägseilbrücke der Welt „Le Pont de Normandie“. Honfleur war schon immer Treffpunkt vieler Maler und Dichter und hat bis heute seine charmante Fischerdorfatmosphäre bewahrt. Nicht zu versäumen ist die Kirche Ste. Catherine, eine außergewöhnliche, von Schiffszimmerleuten gebaute Holzkirche. Wir übernachten heute an der Blumenküste. Trouville, Deauville und Cabourg sind bis heute Seebäder „à la mode“, wo schon früher der europäische Adel verkehrte. Dann sind wir hier richtig, oder? Abendessen und Übernachtung in Trouville-sur-Mer.

Dienstag, 13.06., 3. Tag: Im idyllischen Land von Calvados und Käse

Wie wäre es mit einem kleinen Gang über den täglichen Fischmarkt von Trouville, bevor wir mehr über die Spezialitäten der Region erfahren? Die Calvadosbrennerei „Drouin Coeur de Lion“ erwartet uns für eine Besichtigung mit Verkostung von Calvados, Cidre und Käse. Anschließend reisen wir weiter durch das zauberhafte „Pays d’Auge“, wo scheckige Kühe und edle Pferde auf den Weiden stehen. Wir besuchen Beuvron-en-Auge, das offiziell zu den „100 schönsten Dörfern Frankreichs“ gehört. Blumengeschmückte Fachwerkhäuser sind der ganze Stolz der Bewohner. Unsere nächste Etappe führt Richtung Landungsküste. Heute und morgen werden wir uns mit Geschichte befassen. Zahlreiche Gedenkstätten zur Alliiertenlandung säumen die Küste zwischen Ouistreham und Cherbourg. Abendessen und Übernachtung in Caen.

Mittwoch, 14.06. 4. Tag: Wenn die Geschichte die Landschaft prägt

Noch immer von weit her sichtbar ist Mulberry Harbour, der Brückenkopf der Alliierten an der Landungsküste bei Arromanches. Wir sehen auch eine ehemalige deutsche Batterie bei Longues-sur-Mer, Omaha Beach und besuchen einen Soldatenfriedhof. Später in Bayeux blicken wir viel weiter zurück: der berühmte Wandteppich erzählt in 58 Szenen die Eroberung Englands durch Wilhelm den Eroberer. Wir schauen uns noch die schöne Kathedrale an und fahren am späten Nachmittag nach Caen zurück. Abendessen und Übernachtung.

Donnerstag, 15.06., 5. Tag: Mont-Saint-Michel – Cancale – St Malo

Auf den Spuren von Pilgern entdecken wir die Abtei Mont St Michel, hier „das Wunder des Westens“  genannt. Zweimal am Tag verleihen die Gezeiten den Landspitzen, Stränden und Buchten des Felsens eine vollkommen andere Kulisse. Der Mont St Michel hat kürzlich seinen ursprünglichen Charakter als Wattlandarchitektur zurück erhalten, denn dank eines spektakulären Projektes ist die fast schon versandete Burgfeste wieder zur Insel geworden. Wer mag, steigt nun die vielen Treppen bis zur Klosteranlage hinauf und lässt sich bei einer Besichtigung in die fantastische Baugeschichte einführen. Wer nicht kraxeln will, sucht sich ein Café und genießt die tolle Atmosphäre dieses Ortes nach eigenem Gutdünken.

Hier endet heute unsere Fahrt durch die Normandie und wir erreichen die Bretagne. Im Austerndorf Cancale lernen wir einiges über die Zucht dieser Köstlichkeiten und dürfen auch probieren.

Später erreichen wir das alte Freibeuternest St Malo und checken ein – „Intra Muros“ natürlich. Abendessen und Übernachtung.

Freitag, 16.06., 6. Tag: St Malo – Cap Fréhel – „Cote du Granit Rose“  

Nach einem Spaziergang in St Malo und auf der Stadtmauer fahren wir in Richtung Cap Fréhel. Auf der Fahrt dorthin passieren wir das Gezeitenkraftwerk der Rance, wo seit 1966 dank der starken Gezeitenunterschiede auf umweltfreundliche Art Energie erzeugt wird. Wir durchqueren weite Heidelandschaft und erreichen schließlich die Küste und den Leuchtturm des Cap Fréhel, wo steile Klippen weit übers Meer ragen. Bei schönem Wetter besteht die Möglichkeit zu einer kleinen Wanderung bis zum benachbarten Fort La Latte. Unsere nächste Station ist die rosa Granitküste. Wir übernachten im idyllischen Städtchen Tréguier mit typisch bretonischer Architektur. Abendessen.

Samstag,  17.06., 7. Tag: Die rosa Granitküste und die Sieben Inseln

Wir genießen das Flair der Küste, wo die von Wind und Wellen geformten Felsen das Landschaftsbild prägen. Merkwürdige Namen tragen die Felsen: Crêpe-Haufen, der Pilz, die Hexe, der Hut Napoleons… Auf dem bequem zu gehenden Zöllnerpfad zwischen Perros-Guirec und Ploumanach werden wir bei entsprechendem Wetter einen Spaziergang machen, bevor unsere Bootsfahrt um die Sieben Inseln, Frankreichs zweitgrößtem Vogelreservat, startet. Hier leben in erster Linie Basstölpel, aber jede Insel beherbergt eine andere Vogelkolonie. Auch Robben fühlen sich hier wohl. Abendessen und Übernachtung in Tréguier.

Sonntag,  18.06., 8. Tag: Kalvarienberge – Mont d’Arrée – Huelgoat – Quimper

Die Schätze des Landesinneren stehen heute auf dem Programm, denn wir entdecken eine Besonderheit der bretonischen Kirchbaukunst, einer einzigartigen Volkskunst: die berühmten umfriedeten Pfarrbezirke und Kalvarienberge in St. Thégonnec und Guimiliau. Auf einem Kalvarienberg, einem Lettner oder einen Triumphbogen verschmelzen Symbole aus abendländischer Religion und bretonischen Legenden zu meisterhaften Gesamtkunstwerken. Durch die Landschaft der Monts d’Arrée, wo Heidekraut und Stechginster zu Hause sind, erreichen wir später Huelgoat, was auf bretonisch so viel bedeutet wie Hochwald. Dieser Wald war schon immer Gegenstand zahlreicher Volksmärchen und beherbergt seltsam geformte Felsen, Menhire und Orte mit mysteriösen Namen, die auf König Arthur, auf den Teufel oder die Heilige Jungfrau anspielen… na, wir gucken uns hier einmal um!

Abendessen und Übernachtung im Quimper.

Montag,  19.06., 9. Tag: Pointe du Raz – Le Guilvinec

Wir besuchen zunächst noch die Kathedrale des Hl. Corentin, ein Juwel der bretonischen Gotik, und den historischen Kern der Bistumsstadt Cornouaille.

Es folgt ein Höhepunkt dieser Reise!  Smaragdgrünes Meer soweit das Auge reicht,  an der Landspitze Pointe du Raz erreichen wir das westliche Ende Frankreichs.

Die Pointe du Raz ragt 70 Meter über das Meer und gegenüber thront der 1887 in Betrieb genommene Leuchtturm auf dem Inselchen La Vieille. Das Meer als fester Bestandteil des Lebens…: Am Nachmittag schauen wir uns die Ankunft der bunten Fischerboote an, die begleitet von kreischenden Möwen den heimatlichen Hafen erreichen. In Le Guilvinec landen Kaisergranat, Seeteufel, Rochen, Sardinen und vieles mehr auf dem Tisch des Auktionators und wir werden die spannende Fischversteigerung miterleben. Was für ein Spektakel!  Abendessen und Übernachtung in Quimper.

Dienstag,  20.06., 10. Tag: Carnac, auf dem Weg nach Orléans

Es klingt leider schon nach Abschied. Doch die Bretagne verlassen wir nicht, ohne die „mysteriösen Steine“ gesehen zu haben… Die Megalithengeschichte von Carnac reicht bis in die Jahre um 4500 vor Christus zurück. Heute noch bleiben die steinernen Riesen eine Herausforderung an die menschliche Vorstellungskraft. Auch wir dürfen miträtseln, ob es sich um steinerne Soldaten oder doch um Kult-Symbole handelt? Mit diesem letzten Einblick in die geheimnisvolle Bretagne endet diese Tour und es sind jetzt ein paar Stunden Fahrzeit durch das Loiretal bis zum letzten Übernachtungsort nahe Orléans, wo wir zu Abend essen und übernachten.

Mittwoch,  21.06. – Au revoir, France!

900 km sind es, an Paris vorbei, bis Hannover. Das sind immerhin 100 weniger, als letztes Jahr aus Verona. Trotzdem wird es wieder später Abend werden, bis wir wieder zu Hause sind.

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