Alles mit G

Drei mal habe mich mir gestern Abend den Mund ausgespült!” sagt Heinrich und grinst. “Das Licht ging mal wieder aus und da habe ich meine Zähne aus Versehen mit Rei in der Tube geputzt! Was Urda da aber auch wieder gemacht hat. Waschmittel in meiner Kulturtasche, oah nee!”

Ich kann Euch sagen, hier ist was los!

Besonders verschärft ist auch das von mir so getaufte ‚Eichhörnchen‘ in meinem Auto. Sie reist zum ersten Mal mit mir, ist keck, liebenswert und naseweis, ein ruheloser Irrwisch und zum ersten Mal in Afrika. Sie freut sich über jedes Tier und lacht den ganzen Tag. Außerdem ist sie neben Caro Deidert und mir der jetzt dritte Mensch, den ich kenne, der Hape Kerkelings “Club las Piranhas” mitsprechen kann:

“Maren, hier, die Szene wo sie ankommen und die besoffene Hotelmanagarin den dicken Jungen in die Wange kneift und fragt, “Na, haste Hunger? – Gibt aber nix mehr!”” Weiterlesen „Alles mit G“

Piano Man

Das Gewitter, das sich gestern Nachmittag über Mikumi zusammengebraut hat, ist heute Nacht wie ein Inferno über uns hereingebrochen. Das Vuma Hills Tented Camp besteht aus auf Stelzen stehenden riesigen und komfortablen Safarizelten mit Holzfussboden, großem Bad und wunderschöner Aussicht über die weite Savanne, auch vom Bett aus, weil man die Zelte vorne nicht blickdicht zu verschließen braucht. Außer den hier lebenden zuckersüßen Buschbabys (das sind diese Tiere, die Grzimek immer auf der Schulter hatte) kann niemand hineinschauen.

Kurz nach Mitternacht sitze ich kerzengerade im Bett. Das hat ja vielleicht gerade gescheppert! Blitze zucken in kurzen Abständen durch den rabenschwarzen Himmel. Irgendwas oder irgendwer klettert über mein Dach. Tapp tapp tapp. Und dann beginnt es zu schütten. Stundenlang und wie aus Kübeln. Ein Regen, wie man ihn nur in den Tropen kennt. Die gute Nachricht ist, dass das Dach hält. Die schlechte, dass mich meine 25 Tsetsefliegenstiche, wach wie ich nun bin, beinahe um den Verstand bringen. Ich bin nach wie vor die einzige in der Gruppe mit Stichen. Was genau willst du mir eigentlich damit sagen, Schicksal? Sprich! Ich mach’s, ich schwöre! Weiterlesen „Piano Man“

Zwischentöne

“Wenn du noch einmal in Tansania- Reiseunterlagen schreibst, dass es im Land ‘empfindlich kalt’ werden kann, dann komme ich nach Hannover und streiche Dir das durch!” sagt Ute, kriegt sich kaum wieder ein und ergänzt: “Ich finde, heute ist es ganz besonders frisch! Wenn du wüsstest, was ich für Polten in meiner Reisetasche habe: ‘ne lange Schlafanzughose zum Beispiel!” Und Ute lacht. “Weisste, Maren, das ist echt so eine ganz spezielle Formulierung! Empfindlich kalt.”

Tatsache ist, dass wir in eine ziemliche Hitzewelle geraten sind. Die ergiebigen frühen Regenfälle der vergangenen vier Wochen tun ihr Übriges, um ein feucht-heißes Klima zu schaffen. Meine Gedanken wandern unterdessen zurück zu etlichen eisigen Nächten im Camp am Ngorongoro und in der Serengeti. Zu den freundlich zugedachten Wärmflaschen und zum morgendlichen Raureif, der die ohnehin schon unbeschreiblich schöne Landschaft mit Glitzer bestreut. Zu der Überwindung die es kostet, sich das bereitgestellte Eiswasser morgens ins Gesicht zu kippen (und nur dahin..!) Loving memories!

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Selous

Die Wette, welches Großtier wir zuerst sehen, gewinne ich bei weitem nicht. Ich muss sogar sehr lange auf meine Lieblinge warten, die “Pundamilias” auf Suaheli, was so viel heißt wie ‘Esel mit Streifen’. Von allen wilden Tieren Afrikas sind mir die Zebras die allerliebsten.

Die Topographie der Landschaft ist einmalig schön. Savanne mit Schirmakazien so weit das Auge reicht. Ein Paradies für Giraffen, denen es mit ihren langen Zungen gelingt, die grünen Blätter zwischen den monströsen Dornen herauszulösen, um sie zu vertilgen. Ich habe noch niemals so viele Giraffen auf einem Haufen gesehen wie hier. Alle paar hundert Meter steht ein Exemplar wiederkäuend in der Gegend herum und schaut den Safarifahrzeugen mit einer Mischung aus Skepsis und Neugier beim Passieren zu. Halten wir zum Fotografieren, dann gibt es in der Regel zwei Möglichkeiten: entweder läuft die Twiga, wie sie hier genannt wird, im berühmten Slowmotion-Tempo davon oder das Posen beginnt. Dazu werden die langen Wimpern aufgeschlagen, der Kopf leicht geneigt, sich eventuell nochmal gedreht. Es sieht einfach herrlich aus.

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Don’t panic!

„Romms!“ macht es kurz hinter Dar Es Salaam. Und dann nochmal. Dann steht die Kiste still und schweigt beharrlich. Wir haben sozusagen ein Rad ab. Hinten rechts sind Schrauben in der Aufhängung gebrochen und liegen unterm Auto. Was dann passiert ist eben Afrika: in kürzester Zeit lungern 25 Kinder im Abstand von 10 Metern um uns herum und machen es sich erst einmal bequem. Da wird gekichert und gegrinst, aber auch auf ihre eigene Weise Mitgefühl ausgedrückt. In erster Linie sind wir aber eine Attraktion. Keine fünf Minuten dauert es, bis ein Mechaniker auf dem Fahrrad anrückt und sich an die Arbeit macht. Reifen runter, die ganze (Felge? Radlager? Na, das eben) wird aufgeschraubt und die Einzelteile werden am Straßenrand sortiert und gestapelt.

„Hakuna Matata, Maren, geht ganz schnell, ein paar Minuten!“ sagt mein Guide und Fahrer Rama (der, wie sich noch herausstellen wird, ein Superstar ist, dazu später mehr). Ein paar tansanische Minuten. Alles klar. Ich rechne vorsichtig mit 2 Stunden und das ist hart, denn ich habe seit 48 Stunden kaum geschlafen, mir ist heiss – hier am indischen Ozean sind irgendwas über 30 bei höchster Luftfeuchtigkeit – und es sind noch mindestens 4 Stunden reine Fahrzeit bis zur Lodge. Das geht ja gut los! Weiterlesen „Don’t panic!“

Die Sache mit der Sonne ☀️

Wann immer wir uns auf dieser Reise in der Gegend des Polarkreises befanden, gestattete eine dichte Wolkendecke zur nötigen Uhrzeit keinen Blick auf die Sonne. Mein Experiment konnte ich also leider nicht abschließen. Dies jedoch ist kurios: wenige Seemeilen südlich von Reykjavik ist die Sonne um 00:34 Uhr bei 232 Grad Südwest im Ozean versunken. Um 5:11 Uhr kam sie dann (lediglich wenige Seemeilen südlicher, wir tuckern mit 20 km/h von Island nach Schottland) bei 162 Grad Süd wieder zum Vorschein. Ich kann nicht behaupten, dass ich das verstehe. Bestimmt hat Astro-Alex auch hierzu ein Erklärvideo für die Sendung mit der Maus produziert. Sobald meine Internetverbindung es wieder zulässt, gucke ich das nach. Warum Süden? Very seltsam. Weiterlesen „Die Sache mit der Sonne ☀️“

75 Grad 30 Minuten Nord, 2 Grad 44 Minuten Ost – auf See

Wir haben Longyearbyen/Spitsbergen hinter uns gelassen und die lange Seereise nach Akureyri/Island angetreten. Mit 17,1 Knoten auf Kurs 219 Süd-Südwest wird es zwei Tage dauern, bis wir die knapp 1000 Seemeilen bewältigt haben werden.

Nordkap. Rentiere und bunte Fischerdörfer auf der Nordkap-Insel Magerøy lenken den Blick ab, denn die Landschaft ist trist und karg. „Letztes Jahr habe ich den Sommer verpennt!“ scherzt unser Guide. Er hatte den einzigen sonnigen Nachmittag verschlafen. Abi äußert derweil Verständnis für die Wikinger, die einst in Britannien eine neue Heimat suchten. Im Winter ist hier die Sonne von Ende November bis zum 21. Januar nicht zu sehen. Dass wir erheblich nördlicher sind als Island, will mir ohne einen Blick auf die Karte nicht in den Kopf.

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Ich bringe sie um…!

Abi und ich, wir nehmen noch Wetten entgegen, ob Luise und Horst vom Nachbarbalkon (Namen besser geändert, wegen der zu erwartenden Mord-Ermittlungen) die finale Einfahrt nach Bremerhaven am 9.7. gemeinsam erleben oder ob einer von beiden vorher dran glauben muss. „Stell Dich doch mal vor die Sonne!“ herrscht Luise ihn an. „Jetzt mach doch mal ein Foto! Nein, so nicht! Jetzt guck doch mal wie ich das gemacht habe!“ Horst ist ein denkbar langmütiger Mensch. Wahrscheinlich hat er Loriots ‚Szenen einer Ehe‘ samt und sonders selbst durchexerziert. Mit Luise…

Wir sind nun also unterwegs mit Mein Schiff 3 auf großer Nordlandtour:

Zum Glück hatte Abi sich hinsichtlich des Sommerurlaubes durchgesetzt! Die von mir favorisierte Alpenüberquerung wäre sechs Wochen nach der OP natürlich nicht möglich gewesen. Stattdessen gibt’s Kurverlängerung in Norwegen. Weiterlesen „Ich bringe sie um…!“

Maren, why do they call it „Bad“ Eilsen?

Das ist eine gute Frage, die Freunde aus England stellten. Viele Grüße also vom Nabel der Welt, aus Downtown Bad Eilsen.

Was Ende Januar als unangenehmes Zwicken im rechten Bein begann und sich rasch zu einem Alptraum entwickelte ist nun fast ausgestanden. Ich wurde erfolgreich an der Bandscheibe operiert und arbeite am Weg zurück ins Berufsleben.

Leider hat dieser Eingriff nicht unerhebliche Auswirkungen auf meine Jahresplanung (shame on you, Schicksal!), so dass ich weder nächste Woche meinen Job in Cornwall machen, noch im August mit Ulli zum Rindertreck nach Montana reisen kann. Weiterlesen „Maren, why do they call it „Bad“ Eilsen?“

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