Ich möcht‘ der Knopf an Deiner Bluse sein

„Das ist von Barthaar-Ilic“ sagt Liese und dreht auf. Wenn der Busfahrer gleichzeititg Comedian, DJ und Grillmeister ist, wird es unterwegs nicht langweilig. Mit ihm kann ich mir die Bälle bundesligatauglich zuspielen, wir arbeiten niemals allein und Hand in Hand, so, wie es außen so schön auf die Bus-Scheiben gekleistert ist. Der Stein des Anstoßes. Und ich krieg‘ den Elfmeter!

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„Alte Links“ oder Schnodder aus dem Meer

‚Merken Sie sich mal ‚Alte links“ rufe ich einer Mitreisenden zu: ‚Wenn ich nachher frage‘. Sie blickt mich etwas verständnislos an, lächelt aber tapfer und nickt.

Der Abend gestern war lang. Wenn wir schon in St. Malo ‚intra muros‘ untergebracht sind, dann müssen wir das auch ausnutzen und versacken im Irish Pub bei Guinness und Kilkenny. Nachmittags hatte es in Cancale frische Austern gegeben. Also ich – als Verweigerer jeglichen Seafoods – habe das mit dem Probieren bereits letztes Jahr hinter mich gebracht, todesmutig. Besonders widerwärtig finde ich, dass die an einem Bändchen hängen. Dieses Jahr verzichte ich mit Vergnügen und tausche meine drei Exemplare bereitwillig gegen ein Glas Weißwein ein. Weiterlesen „„Alte Links“ oder Schnodder aus dem Meer“

Ein Sommertag

Die deutsche Batterie in Longes-sur-Mer sieht zwischen grünen Kornfeldern, die mit satt roten Mohnblumen durchsetzt sind, fast ein bisschen romantisch aus. Wären da nicht die Bunker. Und die bedrohlich wirkenden Schuss-Rohre der Panzer, die heute zum Himmel ausgerichtet sind. Kontra Operation Overlord. Und wieder stehen wir an der Steilküste und blicken fassungslos hinab auf den Ozean, das nasse Grab. Am amerikanischen Soldatenfriedhof bei Omaha Beach reiht sich dann Marmorkreuz an Marmorkreuz, ein jedes für ein Menschenleben. Ausgehaucht am D-Day 1944. Dem ‚Vogelschiss der deutschen Geschichte.‘ (A. Gauland).

Gehen wir lieber ein paar Hundert Jahre weiter zurück. Immer wieder großartig anzusehen finde ich den Teppich von Bayeux, dieses beinahe 1000 Jahre alte Meisterwerk, das die Eroberung Englands durch Wilhelm von der Normandie nacherzählt. Die Engländer machen jedes mal einen riesigen Herrmann, wenn jemand ihre Insel okkupiert, haben aber ihrerseits kein Problem damit, die Welt zu bevölkern. Ich hab sie trotzdem lieb. Wer mehr zu 1066 – mundgerecht  in Romanform – lernen möchte, dem sei an dieser Stelle Rebecca Gablés ‚Das zweite Königreich‘ ans Herz gelegt.

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Pommeau? C’est bon!

„Los, jetzt gehen wir ins Casino!“ Ich weiß gar nicht mehr, wer die Schnapsidee hatte, aber wenn wir schon im mondänen Trouville sind, wo halb Paris das Wochenende verbringt, dann macht es auch Spaß, ein paar Jetons zu setzen.
Eine gewinnt, einer kommt mit einem blauen Auge davon und ich verliere alles, zahle aber dafür die nächste Runde nicht. Bei den Gin-Tonic Preisen hier im Land komme ich damit sogar günstig davon, aber das zählt alles ohnehin nur am Rande, denn wir hatten einen Mordsspaß und verlassen gut gelaunt das Etablissement. Einmal die Worte „Rien ne vas plus“ in der Originalsprache zu hören, das war schon spannend und den Einsatz wert. Trotzdem war es in Bad Pyrmont früher schöner, ja stilvoller irgendwie, als es dort noch ein „richtiges“ Casino gab und nicht nur Einarmige Banditen. Lange her…

Ich bin aktuell mit 25 Gästen im Land von Kühen und Calvados unterwegs und wir genießen vor allem erst einmal die frische, kühle Luft und den Wind. Insgesamt ist das Wetter eine Wohltat gegenüber dem Glutofen Deutschland. Für witzige Geschichten sind wir noch nicht lange genug unterwegs, aber ich hab‘ schon ein paar schöne Bilder:

Ferien in Kirchbrak

Meine Schwester Ulli wohnt mit ihrem Mann Jürgen und ihren drei Hunden idyllisch im alten Bahnhof von Kirchbrak im Naturpark Solling-Vogler.

Das alte Gemäuer bietet Platz ohne Ende (z.B. für was-weiss-ich-wie-viele halb zusammengebaute Motorräder) und unterm Dach, juchee, hat Ulli die Romantic Suite für Gäste eingerichtet und beklagt sich dauernd, dass sie nie jemand besuchen kommt. Ha! Das ist doch die Gelegenheit! Weder muss ich arbeiten, noch zum Fußball, mein Mann ist auch unterwegs, da hab ich mich glatt eingebucht zu einem Schwesternwochenende. Herrlich! ‚Los, fotografier das. Du bist im Urlaub. Dann musst du’s auch bloggen 😬‘

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Dan

Die sandigen Straßen von Dar Es Salaam sind um diese Jahreszeit in katastrophalem Zustand. Dani hüpft über alle Pfützen hinweg während Mary in ihren Lackschühchen anmutig wie eine Königin durch den Schlamm spaziert und dabei aussieht wie geleckt. Auntie Maren, wie ich hier von jedem genannt werde, kämpft sich unterdessen in Sneakers und Jeans tapfer hinterher und sieht am Ende aus wie ein Ferkel. Das war schon immer so und wird sich wohl auch nicht mehr ändern. Meine Freundin Kathi kam schon als Kind am Ende eines abenteuerlichen nachmittags tadellos in Schuss aus dem Bach geklettert, während an mir alles eingesaut war.

Danis großer Tag beginnt mit einer Überraschung für mich. Na sowas! Bei Marys Schwester zu Hause machen die beiden mir die Haare auf afrikanische Art. Oha. Spontan erinnere ich mich an einen gewissen Friseursalon in Papeete. Aber Marys Schwester macht das professionell und ich freue mich wirklich sehr über die Geste. Weiterlesen „Dan“

DAR

,Jetzt aber flott‘ heißt es am kleinen Flughafen von Arusha, als ich mit Wilson nach Dar Es Salaam fliegen will. ‚You are late‘.

Die kleine Cessna ist ausgebucht und wir nehmen direkt hinter den Piloten Platz. ‚Maren, die Jungs können alle fliegen‘ habe ich die Worte eines lieben und flugkundigen Reisegenossens im Ohr. Wenn er das sagt. Na gut.

Die Landschaft ist auch aus der Vogelperspektive herrlich grün und Wilson tippt mich an ‚Schau, Kilimandscharo‘. Hach. Hinter vielen Wolken zwar, aber die Spitze ist zu sehen. Er hat wahnsinnig viel Schnee dieser Tage, kein Wunder bei dem Niederschlag der letzten Wochen. Weiterlesen „DAR“

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