Facelift, Masoud und… auf ein Neues!

Heute erhielt ich eine wunderschöne Mail aus dem Rheinland: Masouds Bild hat seine ewige Bleibe gefunden und ziert nun die Wohnung von Leser FRANK. Danke Dir, lieber Frank, für dieses schöne Update! Ich freue mich am meisten darüber, dass Du Dich so freust 🙂

Darüber hinaus habt Ihr vielleicht gemerkt, dass die Webseite ein kleines Facelift erhalten hat. Ich wollte es gerne noch umfangreicher gestalten, aber mein Mangel an technischen Fähigkeiten im Einklang mit meiner Aversion gegen Gebrauchsanweisungen aller Art standen diesem Vorhaben so sehr im Wege, dass Ihr mit meiner etwas wirren Navigationslogik vorerst weiter werdet leben müssen. Sorry 😎

Auf ein Neues?
Genau: Auf ein Neues! Ich kann’s nicht lassen und fliege im August wieder nach Tansania, diesmal in meiner Eigenschaft als Reiseleiterin, und dabei stehe ich Interessierten gerne vollumfänglich zu Diensten. Dass es geht, dass es sicher ist, dass ich es verantworten kann – von all dem habe ich mich in den letzten zwölf Monaten längelang überzeugt. Großartigen Erlebnissen in der noch immer wenig frequentierten SERENGETI steht absolut nichts im Wege. Dabei habe ich meine Reise aus dem vergangenen August nochmals optimiert, die Zeit am Mara etwas ausgedehnt, eine weite Fahrstrecke durch einen Inlandflug ersetzt, und wer möchte, kann anschließend noch in Sansibar entspannen.

Im Link geht’s zur offiziellen Ausschreibung. Es sind aktuell noch vier Plätze zu haben.
Reisetermin: 20.-30.8.2021 ab/bis Kilimandscharo


Lust? Fragen? Dann schreib mir gerne an maren@abenteuer-tansania.de

Auf der Zielgeraden

Liebe Leser*Innen,

ich bin und bleibe überwältigt von Ihrer großen Spendenbereitschaft für den guten und so wichtigen Zweck in Tansania.

Ich werde immer wieder gefragt, wieviel Geld ich eigentlich brauche. Das ist wirklich schwer zu sagen, weil es ein Fass ohne Boden ist. Unsere engste Mannschaft umfasst Guides und persönliche Mitarbeiter, aber es gibt natürlich noch viele Drittkontakte, die genauso unter der Situation leiden. Betreiber kleiner Start-Ups zum Beispiel, die wir immer unterstützt haben, indem wir ihre Leistungen in unsere Reisen einbauen. Das können lokale Führungen in entlegenen Dörfern oder zu ausgefallenen Themen sein oder speziell arrangierte Mittagessen anstelle von Lunchpaketen. Wo anfangen, wo aufhören – es ist die ewig gleiche Frage und es gibt keine faire Antwort.

Das Schulgeld kann ich aber beziffern. Es variiert je nach Alter der Kinder, Qualität der Schule und Entfernung zum Wohnort (Schulbus). Manche Kinder sind zudem in Internaten untergebracht. Im Schnitt belaufen sich die Kosten auf 400-500 US Dollar pro Schulkind und Jahr.

Der 31.3. und somit der Tag der Verlosung naht. Eins dieser drei Bilder (s.o.) kann schon Mitte der Woche Ihres sein! Sie dürfen selbst auswählen. Wer noch mit in den Lostopf möchte: nur zu, und Begleitmail nicht vergessen, bitte! (Adresse siehe Impressum)

Hier nochmal die Bankdaten:

Kontoinhaberin Maren Brenneke
IBAN DE37 2004 1155 0454 1488 00
BIC COBADEHD055

Ich melde mich am Donnerstag und verkünde, wer gewonnen hat!

Asanteni sana, kwa moyo wote.

Tansania jetzt Hochrisikogebiet

Mit Wirkung vom 14.3. stuft das RKI Tansania als Hochrisikogebiet ein. Eine Entscheidung mit Ansage, die so zu erwarten war.
Präsident Magufuli scheint an Corona erkrankt zu sein. Dem Vernehmen nach wird er in Indien behandelt und liegt womöglich im Koma. Karma? Ich gönne es keinem und wünsche ihm gute Besserung. Aber ich hoffe auf einen Politikwechsel und eine Kehrtwende hin zu Vernunft, die die eigene Bevölkerung beschützt.
Für Reisende ist es aus meiner Sicht nach wie vor unkritisch, weil die Regeln der TATO funktionieren und man schlicht und ergreifend privat und alleine unterwegs ist. Das sehe ich heute nicht anders als vor vierzehn Tagen.
Aber ich hoffe, dass diese Maßnahme dem Tourismus im Land nicht den Rest gibt. Es wäre auch mal gut zu wissen, ob bereits Geimpfte auch den verpflichtenden Test-Regularien unterstehen, liebes Auswärtiges Amt.

Unterdessen wird Mallorca als Testballon geopfert (hoffentlich geht das gut) und am Steinhuder Meer bleibt die Außengastronomie geschlossen. Verstehe das, wer will.

Aber ich habe auch eine tolle Nachricht:
Mit Zwischenstand von heute sind bereits 1040 € an Spendengeldern eingegangen!

Ich bedanke mich von Herzen bei allen Spendern für diese unglaubliche Summe, mit der ich im Leben nicht gerechnet habe. Noch ein bißchen mehr bedanke ich mich für die Flut an Emails und Whats App-Nachrichten, die mich zu meinem kleinen Reisetagebuch-Projekt erreicht haben, sei es von Freunden, Kunden oder Menschen, die ich gar nicht kenne. Wie Sie sich bestimmt denken können, freue ich mich über jede Einzelne und bin einigermaßen überwältigt von all der Freundlichkeit und der Ermutigung, weiterzuschreiben, die Sie mir zuteilwerden lassen. Dankeschön!

Epilog & Dank

Epilog 
Tag 18, 10.2.2021 

„Na los, komm schon, ich will es jetzt wissen!“ sage ich zu Stefan, der augenblicklich das Antigen-Tester-Set auspackt. Wir sind in Frankfurt gelandet und warten auf die Bahn. Stefan prokelt mir im Hals herum, genau wie die Dame im offiziellen Testzentrum CENTOGENE wenige Minuten zuvor. „Jetzt 15 Minuten warten“, sagt er. Ich gehe erstmal zu Rewe, brauche etwas Frisches. Einen schönen Salat mit Artischocken vielleicht, dazu ein bißchen Feta… Nach 10 Minuten ist es bereits eindeutig. C wie CLEAR. Ich habe es immer gewusst. 

FAQ
Mich erreichte eine Reihe wiederkehrender Fragen, die vielleicht von allgemeinem Interesse sind: 

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1001 Nacht

Tag 16/17, 8./9.2.2021
Ort: Stone Town
o/n: Tembo Hotel 

Die müssen verrückt sein! Die ziehen das SAUTI za BUZARA durch, Afrikas größtes Musikfestival mit Bands vom ganzen Kontinent, eigentlich ein fantastisches Spektakel voller gut gelaunter Menschen und fremdartiger Rhythmen, das zu erleben mir schon zweimal vergönnt war. Der Aufbau ist schon beinahe abgeschlossen, in zwei Tagen geht’s los. Zu meinem grenzenlosen Erstaunen soll die EU Hauptsponsor sein. Ob das wohl stimmt? 

„Maren, aber die Flugzeuge kommen seit August!“, entgegnet Stadtführer Saloum mit ernstem Gesichtsausdruck, als ich ihn vorsichtig vor zu viel Nähe zu Touristen warne. Zur Einreise nach Tansania sind keinerlei Negativ-Tests vorgeschrieben und ich bezweifele, dass die Mehrheit der Gäste sich freiwillig vorab testen lässt. Erst recht dann nicht, wenn man das Risiko eines positiven Befundes nicht gegen Reiserücktritt versichern kann. Bei uns in Deutschland geht das inzwischen, zum Glück! Nun, mehrmals die Woche landen hier also bis zu vier Vollcharter-Maschinen täglich aus Russland, wo eine geschäftstüchtige Agentur mit den Zanzibaris lukrative Geschäfte macht, sehr zur Freude beider. Ich muss ein bißchen schmunzeln und erinnere mich an den Film-Klassiker MAN SPRICHT DEUTSCH, der unsere typisch deutschen Reise-Idiosynkrasien so herrlich auf die Schippe nahm. Aber Klischees erfüllen können andere auch: Sie sind einfach nicht zu übersehen, man erkennt sie an Hot Pants und blondierten Pferdeschwänzen unterm Cappy in der Altstadt, wo sie in Horden vor dem Freddy-Mercury-Museum Schlange stehen. Tja. Ich kann nur fotografieren, was ich sehe, und ich kann nur beschreiben, was ist. 

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Ngilondoloze

Tag 13-15, 5.-7.2.2021
Ort: Jambiani, Sansibar 
o/n: Kipepeo Lodge 

Mitten in der Nacht schrecke ich hoch, weil mir eine fette Ladung Gischt ins Gesicht spritzt. Es schifft, blitzt und donnert und die Palmenwipfel vor meiner kleinen Dachterrasse, wo ich die Nacht verbringe, biegen sich wütend im pfeifenden Sturm. Für einen Augenblick wähne ich mich auf einer mittelalterlichen Kogge auf dem Weg in die Neue Welt. Alles dreht sich. So viel Wein war das doch gar nicht gestern Abend! 

Nach unserer ereignisreichen Safari sind wir inzwischen gut auf der Koralleninsel Sansibar gelandet, die im Moment zum Hotspot aller Spacken dieser Welt avanciert. Goa ist zu, Bali ist zu, Philippinen sind zu, Thailand ist zu – also alles twende Zanzibar? Scheint so! Zum Glück war ich vorab über die Situation im Bilde und habe eine private Villa für uns gebucht. So einfach es auf Safari auch ist, Kontakte zu vermeiden, so anstrengend ist es in einem Strandhotel, wenn die Mehrheit der anderen Gäste auf die Coronaregeln pfeift. Was laufen hier für irre Gestalten im sonst so beschaulichen Jambiani herum? Ungläubig schauen Corina und ich uns an. Hier ist wirklich alles dabei: Glatzen in Muskelshirts und weißen Turnschuhen mit Panzer-Tattoo auf dem Oberkörper feiern gemeinsam mit Hippies in Batik-Hosen und Joint im Mundwinkel, während die Zanzibaris kopfschüttelnd aber geschäftstüchtig für flüssigen Nachschub sorgen. Ich bin heilfroh, dass die Beachbars in jede Richtung mindestens 500 Meter von unserem Refugium entfernt liegen, weit genug, um mich tags wie nachts vor den Klängen von Schrabbelmusik und Gebrüll zu verschonen. Ich höre nur die Wellen und den Wind, jetzt zur Sekunde gerade fortissimo! Was für ein Sturm! Ich bin echt klatschnass. 

Nachdem wir gestern gelandet waren hatten wir zunächst unser dringlichstes Problem namens TONIC WATER zu lösen. Es sei auf der ganzen Insel ausverkauft, so heißt es.

Zum Glück treiben wir in einer abgerockten Kaschemme am Straßenrand noch fünf Liter auf. Jetzt noch ein paar Flaschen Weißwein, ein paar mehr Flaschen Kilimandscharo-Bier, natürlich Konyagi – so heißt der lokale Gin – etwas Campari, und die Abende sind gerettet. Es ist sehr heiß auf der Insel und das klimatisierte Auto, das uns an die Ostküste bringt, ist ein gerade kürzlich deutlich vermisster Luxus. „Wilson, can you please put on the AirCon?“ hatte ihn einst ein Gast gebeten. Haha!
Corina, die vorausgeflogen war und uns am Flughafen abholt, hat frische Litischis besorgt. „Die Schale aufbeißen, dann auslutschen und die Reste wirft man hier auf der Insel einfach aus dem Fenster, die holen sich die Vögel.“ Kein Getränk könnte gerade erfrischender sein als diese liebe Aufmerksamkeit! Mirko kurbelt später das Fenster herunter, guckt mich schief an und tut, wie ihm geheißen. „Wie die Asis!“ Er grinst. „Echt“, stimme ich voller Unbehagen zu und gucke mich nochmal um. Aber niemand schimpft erhobenen Zeigefingers mit uns. Hakuna shida. 

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Serengeti

Tag 11/12, 3./4.2.2021
Ort: Seronera, Serengeti 
o/n: Thorntree Camp  

>Monikawestphal folgt Dir jetzt<

„Ich wusste gar nicht, dass Du bei Instagram bist!“ 
„War ich auch nicht. Bis eben gerade.“
„Bis eben gerade?“
„Ja. Klar. Habe gerade ein Konto eingerichtet. Glaubste, ich kann das nicht?“ 

Sagen wir es so: Ich traue ihr inzwischen alles zu. Unsere Grande Dame in der Runde ist Mitte Siebzig, erst vor wenigen Monaten am Knie operiert und stemmt hier bislang alle Strapazen, ohne sich auch nur ein einziges Mal zu beklagen. Ein kritischer Blick auf ihr angeschwollenes Knie verrät, dass sie eigentlich sehr wohl Schmerzen haben muss. Natürlich gehen wir hier in unserer so harmonischen Truppe achtsam miteinander um, aber die Tage sind lang und die Wegstrecken ruckelig, da muss man durch, es hilft nichts. Das gilt auch für mich und meinen entzündeten Hals, genauso wie für den armen Stefan und seine von der gleißenden Sonne und vom salzigen Staub Ndutus übelst aufgesprungenen Lippen. Allen Wanderern steckt außerdem die fordernde Hochlandtour in den Knochen, vielleicht mit Ausnahme von Jörg. Der muss irgendwo versteckt Duracel-Batterien verbaut haben, ich sehe bei Gelegenheit mal nach 😉
Monikas abendliche Campfeuer-Geschichten aus ihrem ereignisreichen Leben faszinieren mich. Vor mir sitzt eine waschechte Vorreiterin der Frauen-Emanzipation. „Mein späterer Mann war hartnäckig, wollte mich unbedingt heiraten. Ich hätte damals noch unterschreiben müssen, dass ich ihm gehorche, das war zu der Zeit so üblich. Habe ich abgelehnt und bin erstmal ein Jahr in die USA gegangen, habe mir Arbeit gesucht und das Land angesehen. In den Sechzigern war das. Als ich zurückkam, konnte ich seinem Werben nicht länger widerstehen und habe zugestimmt, aber auf einen Zusatzvertrag bestanden, der regelte, dass ich nicht gehorchen muss!“ 
Kaum zu glauben, dass die Handlung dieser Geschichte nur eine Generation zurückliegt. Aber es läßt mich hoffen, dass schon die nächste Generation sich nicht mehr wird vorstellen können, dass Schwule nicht mit Fußball spielen dürfen. Wouldn’t that be nice? 

Serengeti. Wer kennt die dreiteilige ZDF-Doku, die in zweierlei Perspektiven, nämlich einmal aus Sicht eines Geiers und einmal aus Sicht eines Pavians erzählt? Es ist eine Terra X-Produktion und sie lief zufällig gerade in der Wiederholung auf ZDFneo. Wer’s noch nicht gesehen hat – dringende Empfehlung. Es ist wirklich etwas ganz Besonderes. 

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Ein Gnukalb namens Helmut

Tag 9/10, 1./2.2.2021
Ort: Ndutu
o/n: Acacia Camp 

„Jetzt schlüpft es!“ ruft Mirko aufgeregt und er behält recht. Bei Mirko „schlüpfen“ alle Tiere, ob nun aus dem Ei oder nicht. Und wie sehr er sich das vor Abreise gewünscht hatte, eine Geburt miterleben zu dürfen! „Mission accomplished!“ kann ich da nur sagen. 

Es ist wieder einmal früher Morgen in Afrika und wir juckeln schon seit einer guten Stunde über die Makao-Plains, eine Grasebene der Region Ndutu im Ngorongoro-Schutzgebiet. Hier haben Wilson und Karim die Herden der großen Tierwanderung aufgetrieben und es sind heute Morgen Hunderttausende Tiere, die wir kreuzen, wenn nicht mehr. Egal, wie weit wir fahren, bis zum Horizont und weiter, immer weiter sieht man nichts als schwarze Punkte. Alles Gnus. Vereinzelt mischen sich Zebras und Thomson-Gazellen unters Volk. Weitere Protagonisten des Tages sind Hyänen, Geier und viele Störche. „Ist doch klar, dass die Klapperstörche hier sind, wo alle paar Minuten ein neues Lebewesen das Licht der Welt erblickt“, gibt Philipp zum Besten. Und so ist es. Die meisten Kälbchen fallen in Sekundenschnelle aus der Mama, die dafür kaum das Grasen ruhen lässt. Zum Glück muss ich mir nicht mit ansehen wie ein Raubtier zuschlägt und einen frischen Happen vertilgt! Und auch die Männer um mich herum sind insgeheim froh, dass uns solche Szenen heute erspart bleiben. Natürlich ist es der große Traum vieler Hobby-Fotografen und -Filmemacher, einmal im Leben eine erfolgreiche Jagdszene in freier Wildbahn zwischen Großkatze und Beutetier einfangen zu dürfen. Aber bitte nicht heute, bitte nicht hier in diesem riesigen Kinderzimmer voller staksiger Gnukälber. Und bitte nicht vor meiner Nase. 

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Feuerspucken für Anfänger

Tag 8, 31.1.2021
Ort: Ngorongogokrater – Ndutu
o/n: Rhino Lodge 

„Sieht aus wie Antilopen-Pipi“, bemerkt Mirko und zieht ein Gesicht. Auch, wenn ich auf dem Gebiet keine Expertin bin, kann ich nur zustimmen. Es sieht seltsam undurchsichtig-gelblich-braun aus, was da in meiner Tasse ist. Meine afrikanischen Freunde meinen es gut mit mir und haben einheimische Medizin zubereiten lassen. Ich hatte es schon befürchtet: In dieser erbärmlich kalten Nacht in Nainokanoka zu Beginn unserer Wanderung habe ich mich erkältet. Die Halsschmerzen heute Morgen habe ich in Ermangelung probaterer Mittel versucht, mit Whiskey wegzugurgeln (keine gute Idee) und mich dann mit Aspirin Komplex aus Monikas Zaubertasche über den Tag gerettet. „Damit hast du mich in Botswana mal durchgebracht, seitdem fehlt es nie in meiner Reiseapotheke!“ Puh. Glück gehabt, denn selber bin ich dieses Mal irgendwie schlecht ausgestattet. Das kommt davon, wenn man zu viel Zeit zum Packen hat.

Todesmutig setze ich das Gebräu an den Mund und nehme einen Schluck. „Das ist für Drachen!!“ kommentiere ich entrüstet und kann mir nicht vorstellen, die ganze Tasse auszutrinken. Schmeckt, als habe jemand statt Zucker einen Löffel gemahlenen Pfeffer untergerührt. Ist auch genau das Richtige für meine aufgesprungenen Lippen 🤪

Der Tag begann gegen sechs Uhr standesgemäß mit einem Sonnenaufgang über dem Ngorongorokrater. Um das zu erleben, muss man zehn vor sechs in der Rhino Lodge los oder um sechs ab Serena/Pakulala/Simba II. Dann ist man zu jeder Jahreszeit (Äquator!) pünktlich am richtigen Ort für den best möglichen Ausblick, wenn der Himmel sich verfärbt und die Sonne emporsteigt. Das Tor in den Krater an der Seneto-Descent-Road öffnet um 6:30 Uhr. Und so war das heute: 

Außer einer sechs-Jeep-Kolonne mit russischen Gästen sind erwartungsgemäß wieder nur wenige Menschen unterwegs. Mit WIFI ON BORD wirbt die Agentur dieser bis auf den letzten Platz vollbesetzten Safari-Fahrzeuge, in denen ich vorwiegend schlafende oder daddelnde Leute erspähe. Netflix im Krater? Andererseits, diese völlig verrückten „Tansania-in-drei-Tagen“-Packages können auch viele deutsche Kollegen gut, da wird den ahnungslosen Gästen mit attraktiven Preisen jeder noch so große Müll angedreht. Hätte ich heute Morgen von Arusha aus anreisen müssen, dann würde ich jetzt vermutlich auch einnicken. 

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