Klappe zu, Affe tot

Hwange, Simbabwe.
Monika grinst über das ganze Gesicht, als sie zu spät zum Essen kommt. „Guck mich nicht so an“, ruft sie mir zu „ich wollte ja einen Gin&Tonic mit Dir trinken, aber stell Dir vor, ich war eingesperrt!“
Die eigentlich sehr schöne Lodge am Rande des Hwange-Nationalparks ist in die Jahre gekommen und muss unbedingt renoviert werden. Doch der Tourismus liegt hierzulande wegen der politischen Situation um Robert Mugabe und seine Nachfolger am Boden und sie müssen sich auch nicht wundern, dass kaum jemand kommt. Denn auch uns hat man abgezockt auf dem Weg hierher. Straßensperre. Entweder zahlen oder es geht nicht weiter… Gefährlich war das nicht und der Betrag kein besonders großer, aber dergleichen ist einfach ärgerlich und lästig. Sprit gibt es hier übrigens auch keinen. Zwei Pärchen aus Australien berichten, dass sie mit ihrem Toyota Hilux nicht mehr auf Pirschfahrt gehen können, weil der Diesel sonst nicht mehr bis Vic Falls reicht. Also sitzen sie hier jetzt drei Tage untätig fest. Immerhin hat die Lodge ein beleuchtetes Wasserloch, das allabendlich von vielen Tieren aufgesucht wird.
„Pass auf“, sagt Monika inzwischen und beginnt zu erzählen. „Zuerst bin ich nicht aus meinem Zimmer herausgekommen. Dann habe ich mit dem antiken Telefon am Bett die Rezeption angerufen. Die haben mir lang und breit erklärt wie die Tür funktioniert, aber ich bin ja nicht blöd. Die ging von innen nicht auf. Schließlich ist dann eine Dame gekommen. Durchs Badezimmerfenster habe ich den Schlüssel nach draußen geprokelt, dann schloss sie auf und kam rein. Und natürlich hat auch sie die Tür von innen nicht aufgekriegt!“ Ich habe schon jetzt feuchte Augen vor Lachen aber es geht weiter. „Dann hat sie den Hausmeister angerufen. Um es kurz zu machen: Am Ende standen wir zu Dritt in meinem Zimmer und kamen nicht wieder raus!“ ICH KANN NICHT MEHR! „Ende vom Lied: Ich kriege ein neues Zimmer!“

Die letzten Pirschfahrten dieser Reise halten noch eine Überraschung für uns bereit. Guide Bheki ist ein hervorragender Fährtenleser und spürt zwei Geparden auf, die in der Nacht zuvor eine Gruppe Impalas durchs Gate gejagt hatten, wie der Tormann zu berichten wusste. Offenbar aber ohne Erfolg. „Schaut hin, die haben noch nicht gefressen“, flüstert Bheki. „Man kann es an den flachen Bäuchen sehen.“ Wir beobachten die eleganten Tiere eine Weile und ziehen schließlich weiter, denn es ist keine Beute in Sicht. Anscheinend haben sie ihr Pulver vorerst verschossen und warten auf die nächste Nacht. Neues Spiel, neues Glück.

Wir erreichen Victoria Falls und der Kreis dieser Reise schließt sich. Spray und Donner kündigen das Naturschauspiel von Weitem an. Mit einem farbenprächtigen Regenbogen zeigen sich die höchsten Wasserfälle der Welt in ihrer ganzen Schönheit.

Rotzfreche Affen machen sich einen Jux daraus, Touristen beim Kaffeetrinken zu bestehlen. Ich kriege den Schreck meines Lebens, als ein Exemplar mit einem großen Satz auf einen freien Stuhl springt, direkt vor meiner Nase über den Tisch grabscht, zwei Zuckertüten klaut, sie aufreisst, sich in den Hals kippt und wieder verschwindet. Zwei Sekunden dauert das ganze nur. „Bei uns waren sie heute morgen schon im Zimmer“, sagt Karin „und haben meine Banane geklaut! So schnell kannste gar nicht gucken!“ Wieso muss ich jetzt an ein gewisses Schloss….. Ok. Ich nehme alles zurück…  ich habe nichts gesagt….!

Zwölf Tage ultimatives Abenteuer liegen hinter uns. Speedboot und Mokoro, endlose Sandpisten mit den Geländewagen, Lagerfeuerromantik, Gluthitze, Eimerduschen auf Bestellung, Elefanten auf Tuchfühlung und allabendlich ein Himmel voller Sterne. Ich bin stehend k.o. und habe echten Respekt vor den Ladys in meiner Gruppe, die 30 und mehr Jahre älter sind als ich. Körperlich sicher am Limit, aber ich sehe ihre Augen leuchten!
Mission accomplished.

 

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