Epilog
Tag 18, 10.2.2021
„Na los, komm schon, ich will es jetzt wissen!“ sage ich zu Stefan, der augenblicklich das Antigen-Tester-Set auspackt. Wir sind in Frankfurt gelandet und warten auf die Bahn. Stefan prokelt mir im Hals herum, genau wie die Dame im offiziellen Testzentrum CENTOGENE wenige Minuten zuvor. „Jetzt 15 Minuten warten“, sagt er. Ich gehe erstmal zu Rewe, brauche etwas Frisches. Einen schönen Salat mit Artischocken vielleicht, dazu ein bißchen Feta… Nach 10 Minuten ist es bereits eindeutig. C wie CLEAR. Ich habe es immer gewusst.

FAQ
Mich erreichte eine Reihe wiederkehrender Fragen, die vielleicht von allgemeinem Interesse sind:
Was hat diese Reise gekostet?
4.000 € pro Person im Doppelzimmer (plus Flug, Economy ca. 600 €)
Wie war der Flug? Maskenpflicht?
In den Maschinen ab/bis Deutschland waren wir vielleicht 20-30 Leute in der ganzen Maschine. Die Airlines finanzieren sich zurzeit beinahe ausschließlich mit Frachtaufträgen. Das geht, weil viele Gesellschaften aktuell Tansania nicht anfliegen, der Frachtaufwand aber gleichbleibend ist und somit den verbleibenden Fliegern mehr vom Kuchen bleibt. Im August war die halbe Eco der Ethiopian abgehängt, da sind statt Passagieren Mangos und Ananas mitgeflogen.
So leer es bis Doha auch war, die Maschinen ab Doha bis Tansania und zurück waren voll ausgebucht. In der Economy Class besteht nach wie vor Maskenpflicht, wann immer man nicht isst oder trinkt. Leider muss ich festhalten, dass viele Menschen einfach zu dämlich sind. Macht man sie vorsichtig aufmerksam, fängt man sich noch Sprüche ein. Die Flugbegleiter*innen geben alles, sind aber machtlos, wenn sich renitente Idioten stundenlang an einem Glas Wasser aufhalten. Ich habe mich lange mit dem Purser unterhalten, der sein eigenes Interesse unterstrich: Auch die Flugbegleiter möchten gesund bleiben.
Nein, ich habe mich nicht immer rundum wohl an Bord gefühlt. Die Airlines (z.B. KLM, Qatar) lösen das Problem jetzt, indem sie verpflichtende PCR-Tests vor Abreise eingeführt haben, die aber die Maskenpflicht nicht ablösen. Das dient der Sicherheit aller und ich halte es für richtig. Übrigens, bei Ferienfliegern wie TUIfly, Eurowings oder Condor gibt es diese Probleme nicht, da wird knallhart durchgegriffen und der Herdenzwang in den überschaubar kleinen Maschinen regelt es außerdem.
Habt Ihr im Safari-Fahrzeug Masken getragen? Überhaupt unterwegs?
Unsere Guides sind vorab getestet, wir auch. Also bestand kein Grund. Ich habe in Tansania nur in Banken, beim Einkaufen, während des Inlandflugs sowie an allen Flughäfen eine Maske getragen. Man begegnet ja kaum anderen Menschen unterwegs und in den Camps ist alles offen und luftig. Viel Wert wird überall aufs Händewaschen gelegt, und wer bei Ankunft im Camp nicht sogleich zur Tat schreitet, wird vom Personal umgehend darauf aufmerksam gemacht. Sie möchten selbst gesund bleiben, es geht ihnen nicht anders als den Flugbegleitern.
Wieviel Bier hattet ihr geladen?
Sag ich nicht.
Wie kannst Du eigentlich jetzt dauernd teure Dienstreisen machen, wo doch allen Reisebüros die Pleite droht?
Keine der drei Tansania-Touren war eine Dienstreise, alles reines Privatvergnügen.
Und, nein, keiner meiner Mitstreiter hat dabei je meinen Platz mitfinanziert. (In manche Köpfe muss ich mich wirklich mühevoll hineindenken, um überhaupt die Frage zu verstehen.)
Liebe Leser*innen,
ich freue mich immer, wenn Menschen meine Reiseberichte lesen. Und weil ich nicht hauptberuflich Texte verfasse, es vielmehr ein Nebenerzeugnis meiner eigentlichen Arbeit ist, deswegen reicht mir das gelegentliche liebe Feedback vollkommen, um mich immer wieder zu motivieren, mich am Ende eines ereignisreichen Tages hinzusetzen, zu schreiben und meine Erlebnisse zu teilen. Er liegt wohl in der Natur des Reiseleiters, dieser innere Wunsch, Interessierte teilhaben zu lassen, ihnen „meine“ Welt zu zeigen und sie immer wieder einzuladen mitzukommen, wohin es mich auch verschlägt.
Diese Reise war in jeder Hinsicht besonders, und damit meine ich nicht nur die Zeit in Tansania, sondern auch die Zeit nach Rückkehr bis heute. „Ich blogge dann >>einfach<< multimedial re-live!“ Was für eine idiotische Idee! Die Texte waren nicht das Problem, ich hatte sie ja weitestgehend bereits in Tansania verfasst. Aber die Videos waren eine Herausforderung! Und sie wären nie im Leben so realitätsnah geworden, wenn meine lieben Reisefreunde Philipp und Stefan nicht
a) so großartig gefilmt hätten, und vor allem
b) bereit gewesen wären, die nötige Pace mitzugehen, ihr Material vorzusortieren und mir immer rechtzeitig zur Verfügung zu stellen. Dafür gebührt ihnen mein inniger Dank – denn ich weiß, das war keine Arbeit von Minuten, sondern von vielen, vielen Stunden. Alles für lau, alles aus Idealismus, für die gemeinsame Idee, den Tourismus in Afrika zu stärken.
Ich weiß nicht, wie viele Hundert Gigabyte ich in den letzten drei Wochen geladen, gesichtet und verarbeitet habe. Zwischendurch musste ich blöderweise auch noch ins Büro und Termine wahrnehmen (echt – da hatte ich eigentlich gar keine Zeit für!), aber nun wird aus dem Raum „Mission Control-Brenneke“ wieder ein Wohnzimmer, und ich habe gelernt, dass mir der Alltag eines Influencers mit beinahe Mitte Vierzig auf Dauer zu anstrengend wäre 😉
Wie Sie wahrscheinlich unschwer überlesen konnten, hat die Corona-Pandemie meine Branche hart getroffen. Ich persönlich komme klar. Aber niemand interessiert sich für die Sorgen und Nöte der Kollegen in den Schwellenländern, die uns Europäern seit 40, 50 Jahren alle Wünsche von den Augen ablesen, um uns unvergessliche Urlaube zu bescheren.
Wenn Ihnen dieses Reisetagebuch gefallen hat, vielleicht darf ich Sie ausnahmsweise um eine kleine Spende – wie wäre es mit einem Betrag im Gegenwert eines kleinen Büchleins? – bitten, damit Corina und ich unsere Unterstützung für unsere afrikanischen Mitarbeiter im Sommer leichter fortsetzen können. Denn eins ist gewiss: Die nächste Rechnung von der Schule kommt im Juni, und wer nicht bezahlen kann, fliegt raus.
Oder Sie kommen einfach mit mir mit und geben Arbeit – die nächste Tour ist für August geplant, hier geht’s zur Ausschreibung. Oder wie wäre es mit Ihrer eigenen Privatreise? Meine Kollegen und ich, wir planen das gerne für Sie – alles in Handarbeit, wie ein Architektenhaus.
Ich weiß, dass die internationale Presse zu Tansania zurzeit nicht eben einladend ist. Aber Reisen ist keine Politik, und die Hunderttausenden Mitarbeiter im Tourismus können nichts für die Auftritte ihres Staatspräsidenten.
Die Safari Guides, die Mitarbeiter der Camps und Lodges und die Angestellten der Nationalparks, sie alle handeln jedenfalls im Sinne der TATO-Regeln für sicheren Tourismus, davon habe ich mich nun zum dritten Mal binnen zehn Monaten persönlich überzeugt.
Und wenn ich die SZ lese, die sinngemäß brachte, man habe von Deutschen gehört, die seien vor Ort negativ getestet worden und in Deutschland dann aber doch positiv, und das läge nun den Verdacht nahe, man nähme es in Tansania nicht so genau mit den Tests, dann bereitet mir das beinahe körperliche Schmerzen. Wer so etwas in den Raum stellt, der muss es erstens auch beweisen und zweitens die Umstände benennen. Was haben diese Deutschen denn in Tansania gemacht?
Ich habe eine Zahl für Sie, die ich beweisen kann: 36.
36 von 36 Gästen, die Abenteuer Tansania und Kilaweni seit Beginn der Pandemie hatten, sind nach Rückkehr negativ getestet worden. Das RKI hat kürzlich außerdem veröffentlicht, was Brancheninsider schon lange wussten: Dass das organisierte Reisen kein Virustreiber ist.
Anyway, dieses Konto habe ich eigens zu diesem Zweck eingerichtet
Kontoinhaberin Maren Brenneke
IBAN DE37 2004 1155 0454 1488 00
BIC COBADEHD055
Ich führe weder Buch, noch kann ich Spendenquittungen ausstellen. Ich will auch keine Stiftung gründen oder langfristig aktiv sein. Wir müssen nur dieses eine Jahr überbrücken, bis unsere Aufträge mit ABENTEUER TANSANIA unsere Mitarbeiter in Afrika wieder aus eigener Kraft in Lohn und Brot bringen. Corina und ich, wir zahlen so lange im Rahmen unserer Möglichkeiten ihre Rechnungen, die sie selbst nicht zahlen können. Unbürokratisch, leise und vor allem ohne, dass jemand dafür „Danke“ in irgendeine Kamera sagen muss. We will NOT let them down. Das müssten Sie mir wohl einfach glauben, fürchte ich. Danke.
Unter allen Spendern – gleich welchen Betrags – verlose ich am 30.3. ein buntes Gemälde von Masoud aus Zanzibar, Öl auf Leinwand. Bitte senden Sie mir also parallel eine formlose Mail mit Ihrem Namen an m.brenneke(at)yahoo.de , damit ich Sie erreichen kann. Viel Glück 🙂
Bleibt mir noch ein herzliches Dankschön allen Freunden, Lesern und Abonnenten für Ihr Interesse, meinen Reisegefährten für die wunderbare Gesellschaft und last not least meinem Mann dafür, dass er mich immer wieder weglässt, ohne zu meckern 🙂
Vorerst SERVUS und bis zum nächsten Mal in diesem Theater! Von wo? Who knows…. Ich lass’ mich überraschen!
Maren Brenneke, 4.3.2021
Vielen Dank für die gute und informative Unterhaltung, wir reisen nächste Woche nach Tansania. Ich mag Ihren Stil, Sie sollten mal ein Buch schreiben!
Safari njema!
Und ganz herzlichen Dank: Habe ich tatsächlich bereits getan, es heisst DIE ABENTEUER VON JONAS UND PIET und ist in einer Gesamtauflage von 20 Exemplaren erschienen, die ich allesamt verschenkt habe 😉
Liebe Maren,
mit Dir auf Reisen zu gehen – sei es in natura oder virtuell – ist immer ein tolles Erlebnis.
Vielen Dank für Deine wunderbaren Beschreibungen!
Is that so? 😉
Herzlichen Dank und allerbeste Grüße nach FFM.