Ein Sommertag

Die deutsche Batterie in Longes-sur-Mer sieht zwischen grünen Kornfeldern, die mit satt roten Mohnblumen durchsetzt sind, fast ein bisschen romantisch aus. Wären da nicht die Bunker. Und die bedrohlich wirkenden Schuss-Rohre der Panzer, die heute zum Himmel ausgerichtet sind. Kontra Operation Overlord. Und wieder stehen wir an der Steilküste und blicken fassungslos hinab auf den Ozean, das nasse Grab. Am amerikanischen Soldatenfriedhof bei Omaha Beach reiht sich dann Marmorkreuz an Marmorkreuz, ein jedes für ein Menschenleben. Ausgehaucht am D-Day 1944. Dem ‚Vogelschiss der deutschen Geschichte.‘ (A. Gauland).

Gehen wir lieber ein paar Hundert Jahre weiter zurück. Immer wieder großartig anzusehen finde ich den Teppich von Bayeux, dieses beinahe 1000 Jahre alte Meisterwerk, das die Eroberung Englands durch Wilhelm von der Normandie nacherzählt. Die Engländer machen jedes mal einen riesigen Herrmann, wenn jemand ihre Insel okkupiert, haben aber ihrerseits kein Problem damit, die Welt zu bevölkern. Ich hab sie trotzdem lieb. Wer mehr zu 1066 – mundgerecht  in Romanform – lernen möchte, dem sei an dieser Stelle Rebecca Gablés ‚Das zweite Königreich‘ ans Herz gelegt.

Was gibt es heute Abend? Rochenflügel?‘, schallt es mir mit ungläubiger Mine entgegen. ‚Ja‘, sag‘ ich, ‚beschwert Euch alle bei Schorse Iding!‘ Der hatte einst in England das typische Touristenfutter ‚chicken or beef‘ moniert und mich damit dazu bewogen, ruhig mal landestypische Küche anzubieten. Wenn die Gäste wüssten, dass sie auf dieser Reise auch noch Schnecken serviert bekommen! Aber wissen sie ja nicht. Alles gut. Nicht weitersagen, bitte!

Hier sind die Bilder des Tages:

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