Tag 21, 23. Juli: Come to where the flavour is… 

Come to Marlboro Country !

Es ist 4:15 in der Früh und das Atomkraftwerk (remember Calgary) neben meinem Kopfkissen geht wieder in die Luft. „Bääm Bääm Bääm“ macht das iPhone, während es draußen noch stockdunkel ist. Um 5:00 soll unser Early-Morning-Drive mit Guide durchs Monument Valley starten. „Wie Sie sehen, sehen Sie nichts“ spottet Abi, als er die Nase aus der Tür hält, aber das ist nun wirklich nicht wahr, denn ich sehe einen Himmel voller Sterne! „Guck doch mal, da, der kleine Wagen“ rufe ich ihm entzückt zu, der sich für derlei Aussichten um diese Uhrzeit jedoch noch nicht begeistern kann und stattdessen die Kaffeemaschine in Gang setzt. Ich versuche inzwischen, das Szenario am Himmel mit einer kleinen Canon Power Shot zu fotografieren, denn die Langzeitbelichtung kann das iPhone nicht.

Zwei volle Tage hatte ich zu Hause mit mir gerungen und mich schließlich dagegen entschieden, die Spiegelreflexkamera mitzunehmen. Das war schwer, sehr schwer sogar für mich und am Ende eine reine Vernunftsentscheidung. Sie ist einfach zu unhandlich.

So, 5 Uhr durch, jetzt aber ab dafür, rauf auf den offenen Wagen, Jacke an, Schal um und auf geht die wilde Fahrt. „Erinnert mich an Kenia“ lacht Abi, ich kann das nur bestätigen und bin in meinem Element. Harry heißt unser Navajo-Guide und der erweist sich schell als Glücksgriff, weil er ein absoluter Kenner seiner Umgebung ist. Wir brettern über Stock und Stein durch die Nacht und erreichen schließlich einen Ort, wie geschaffen für das perfekte Sonnenaufgangs-Foto. „Hast du einen Kompass in deinem iPhone? Guck mal wo 64 Grad ist, da geht in zwei Minuten die Sonne auf“. Und wie sie das tut! Wir stehen perfekt, schießen ein Bild nach dem anderen und genießen den Moment. Außer einem amerikanischen Ehepaar von der Ostküste ist niemand sonst mit uns so früh unterwegs. Als die Sonne schon hoch am Himmel steht, kommen weitere Fahrzeuge abgerumpelt und ich bin froh, dass ich im richtigen Auto bin. Die Zeit vergeht wie im Flug, Harry spottet jedes noch so kleine Tier, kann zu jedem Fels ein paar Worte sagen, kennt jeden Foto-Hotspot und will alles über die Panono wissen. Wir schießen ein paar Bilder zusammen und natürlich bekommt er die, wenn sie entwickelt sind.

Abends gibt’s heute keine Sonne, aber das ist nicht weiter schlimm. Da wir die einzigen Gäste auf dieser Runde durch das Lower Valley sind, kürzen wir ein bisschen ab und fallen alsbald müde in die Federn.

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