Tag 33, 4. August: Schnappschüsse aus Papeete

Was nun ist also dieses Französisch-Polynesien? Es ist keine Kolonie (Gott bewahre) und doch ist es ein Teil von Frankreich. Es gehört nicht zur EU, doch dürfen die Menschen das französische Parlament mitwählen. Folge ich unserem Gastgeber, Ex Basketball-Star Georgi Adams, wollen nur, wenn überhaupt, 15 % seiner Landsleute die komplette Unabhängigkeit. Ich finde das interessant. Gibt es noch eine andere? 

Wir schlendern durch die Gassen der Stadt und es stellt sich ein Geruch ein, den ich vermeintlich aus dem Orient kenne, aber nicht so recht einordnen kann. Auch Abi rümpft die Nase. ‚Was stinkt hier denn bloß überall so?‘ und dann fällt es mir wie Schuppen von den Augen – es ist nichts anderes als Gras, Hasch, Marihuana, ein Joint – das Zeug hat viele Namen. Und ist hier ganz offensichtlich zu Hause. Jetzt, wo ich es zuordnen kann, werde ich die Fährte kaum noch los. Wahrscheinlich kann man sich den Realitäten des Lebens an diesem schwül-heißen Ort bekifft besser entgegenstellen: ‚Es ist jetzt nicht heiss, komm im Februar!‘ – Danke, lieber nicht.

Wir sind in der Heimat des Tattoos, kommt das Wort doch vom hiesigen Wort für ‚Zeichnung‘ – Tatau. Mehr dazu weiß wie so oft Wikipedia. Wir begegnen zahlreichen Südsee-Beauties beiderlei Geschlechts, die ich nicht ungefragt fotografieren mag; die Loriot’sche Knollnase ist aber durchaus auch verbreitet. Wirklich viele Frauen tragen Blumen im Haar, offensichtlich ohne ein Klischee bedienen zu wollen, sondern vielmehr mit Stolz.

Am Abend wacht die Stadt auf, wenn die Bars öffnen und die Sonne im Meer versinkt. Wir trinken zum Abschied ein Glas Bier in einer lokalen Brauerei am Hafen und sind uns einig: Das schmeckt richtig gut!

Hier nun die Schnappschüsse des heutigen Tages – morgen früh geht’s für uns an Bord der Aranui 5.

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