Tag 44, 15. August: auf See

Nachdem wir die Marquesas hinter uns gelassen haben ist es ein weiter Weg zurück zu den Gesellschaftsinseln, wobei wir zunächst die Inselkette der Tuamotus ansteuern. Übrigens ist das die Bedeutung des Namens unseres Schiffs: ‚Aranui‘ ist Maori und heißt ‚langer Weg‘.
Vormittags genießen wir Terry Hunts zweite Vorlesung. Man weiß, dass die Osterinsel vor der Besiedlung um 1200 AD mit Millionen von Palmen bewachsen war, von denen bei Erstkontakt mit Europäern allerdings keine einzige mehr stand. Terry hat eine Theorie entwickelt die besagt, dass in polynesischen Kanus importierte Ratten die komplette Rodung Rapa Nuis verursacht haben und nicht etwa menschliche Gier ohne Weitsicht. Daraus ergibt sich im zweiten Schritt eine ganz neue Sicht auf die dort siedelnde Gesellschaft, die Terry zufolge eine friedliche und intellektuell hoch entwickelte war. Immerhin war es ihnen gelungen, tonnenschwere Steinfiguren mit Köpfchen statt mit roher Gewalt kilometerweit zu transportieren.
Für die Ratten war es nach Terrys Einschätzung die „größte Party aller Zeiten“ – Futter in Form von Palmensaat ohne Ende und keine Feinde. Bedenkt man die Fertilität von Ratten, haben diese den Palmen über kurz oder lang den Garaus gemacht. So lautet jedenfalls seine spannende These, die noch weiter zu erläutern hier zu komplex wäre. Ich bin nicht der Professor, er ist es. Es steht alles in seinem Buch!

Der restliche Tag verläuft weitestgehend ereignislos. Inzwischen kennt man so gut wie jede Nase an Bord mit Namen und ich schwatze mal hier, mal da und außerdem viel mehr über meinen Beruf, als ich mir vorgenommen hatte. Aber ich kann nicht anders. Man ist eben doch, was man ist, nicht wahr? Und ich kann freilich tagelang über Tansania reden, ohne dass es mir jemals langweilig oder zu viel würde…

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Vortrag Dr Terry Hunt
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Rapa Nui – Moai Walking
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Gute Nacht!

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