Tag 47, 18. August: au revoir, Aranui!

Mit diesem strahlenden Lächeln der zuckersüßen Reiseleiterin Ysa verabschieden wir uns von der Aranui, und dieser Abscheid fällt mir nicht leicht. Wir haben so viel gesehen in den letzten 14 Tagen, tolle Menschen aus aller Herren Länder getroffen, die rauhe See und den sanften Ozean erlebt.
Wie anders das Leben dort mitten im Pazifik verläuft, wo Zeit überhaupt keine Rolle spielt und der Tagesablauf sich einzig am Tageslicht ausrichtet! Nicht, dass ich mir ein solches Leben für mich wünschen würde. Aber mit den Augen eines Reisenden zu beobachten, dass es auch ganz anders geht, das ist eine bleibende Erfahrung für mich.
Was noch bleiben wird von dieser Reise, sind die Beziehungen zu neuen Freunden in meinem Leben. Ich habe Einladungen nach Neuseeland, Australien und in die Schweiz. Man tauscht Kontaktdaten aus, verspricht sich, einander zu schreiben und irgendwie „in touch“ zu bleiben. All diese tollen, tollen Menschen an Bord, aus England und der Schweiz, Neuseeland und Australien, den Staaten und Spanien, Norwegen und Italien, Belgien und Frankreich. Was uns immer verbinden wird, ist dieses einmalige Erlebnis, gemeinsam auf einem Frachter durch den Südpazifik geschippert zu sein.

Zurück im wuseligen Papeete begrüßt uns Virginie im Fare Tutehau mit einem duftenden Kaffee und wir können sogar schon in unser Zimmer. Was für ein Luxus an einem heißen Tag! Zu einer Inselrundfahrt haben wir immernoch keine Lust und so ziehen wir ein wenig durch die Straßen der Stadt, versuchen vergeblich eine englischsprachige Tageszeitung aufzutreiben und ich gehe zum Friseur. Der junge Mann sieht vertrauenserweckend aus und ich nehme Platz. „Nicht so kurz“ sage ich noch, und schon geht’s los. Mit bangen Blicken verfolge ich, wie mir zentimeterlange Strähnen auf einmal abgeschnitten werden und wiederhole nochmal meinen Wunsch. Vergeblich. Nach nicht einmal fünf Minuten ist es um meine Haare geschehen, ich sehe aus wie ein zerrupftes Huhn. Am Hinterkopf vielleicht noch zwei Zentimeter lang, der Pony hängt mir ins Gesicht. Ach. Du. Scheisse. Ich könnte mich verfluchen, aber ich wollte ja unbedingt mal in Tahiti in Hinterhof 7 zum Friseur. Was konnte ich nicht bis Hawaii warten! Das habe ich jetzt davon. Der einzige Trost: Es wächst ja wieder und die nächsten fünf Wochen kennt mich keiner. Hardy, da wartet Arbeit, fürchte ich…

img_4341

… ein „nachher“-Bild gibt es, wenn ich mich an meinen Anblick gewöhnt habe, haha. Aber so gruselig ich mein Spiegelbild auch finde, schlimm ist was anderes… Drohnenkriege, Hunger, Bomben… aber nicht meine Frisur.

Aber ein klitzekleines bißchen schlimm ist es schon 😀 Gute Nacht!

PS.: alle Tagesberichte von der Aranui jetzt mit besseren und neuen Fotos!

Kommentare sind geschlossen.

Erstellt mit WordPress.com.

Nach oben ↑