Tag 64, 4. September: Grüne Insel im Pazifik

In Gesellschaft von bildschönen Regenbogen-Gekkos und eines neugierigen Piepmatzes wird uns das Frühstück auf der Veranda serviert. Es gibt im ersten Gang Joghurt und frische, tropische Früchte. Als der zweite Gang kommt, kann ich mir ein Grinsen nicht verkneifen: Eine Waffel mit Puderzucker und Maple Sirup, darauf drapiert zwei knusprige Scheiben Bacon. Warum muss ich jetzt an eine Waffel mit Schnittlauch denken? Das ist eine herrliche Anekdote aus der Zeit, als es die Hamelner Kaffeestuben noch gab und sie meiner Schwester Ulli gehörten. Ein junger Mann aus ihrem Serviceteam hatte die englische Bestellung missverstanden. Oder, auch ähnlich witzig, als jemand aus dem Service zum ersten Mal ‚Küche‘ machte und den bestellten Quark mit Honig und frischem Obst zusätzlich mit bunten Paprikawürfeln garniert hatte.
Also ausgesehen hat das tiptop, genauso wie unsere Waffeln mit Puderzucker und Bacon heute Morgen.

Na denn mal los, die Nordküste wartet. Es gibt auf dieser Insel grob gesagt nur zwei Straßen, die beide im Norden in der Pampa enden. Eine links rum, eine rechts rum. Heute fahren wir rechts rum. Es gestaltet sich schwierig, die schiere Weite der Canyonlandschaft zu fotografieren. Immer ist die Straße mit drauf oder die omnipräsenten Telegrafenmasten. Die Jüngeren unter Euch wissen vielleicht gar nicht mehr was das ist, aber in Amerika sind die noch weit verbreitet.

Nicht umsonst heißt es in jedem Text über Kauai, man solle hier unbedingt einen Hubschrauberrundflug buchen. Aber den Heli hatten wir schon am Grand Canyon und irgendwo ist einfach Schluss, günstiger Dollarkurs hin oder her. Und es gibt da auch gar nichts zu bereuen.
Insgesamt sieht dieses Kauai der Marquesasinsel Fatu Hiva sehr ähnlich. Die Panorama-Aufnahmen, die ich Euch von der mühsamen Wanderung mitgebracht hatte, könnte ich hier fast genauso machen, wenn ich a) näher heran käme oder b) einen gescheiten Fotoapparat mit Tele hätte. Oder wenn wir die Zeit hätten, eine Ganztageswanderung an der Nordküste zu unternehmen. Das muss absolut fantastisch sein, würde ich aber im hiesigen Winter machen. Ich muss ja sowieso zur Wal-Saison nochmal wiederkommen. Stichwort kopfüber ins Meer, Wal in die Augen gucken.

Am Nachmittag kämpfen wir mit schlechtem Wetter in den Bergen und fahren zurück ans Meer, wo die Sonne scheint. Es ist mir heute leider nicht zu meiner eigenen Zufriedenheit gelungen, die Schönheit um uns herum mit der Kamera ganz einzufangen:

Und weil die vollmundig angekündigte Bildershow noch ausbaufähig ist, gibt’s heute als Zugabe eine Galerie mit Fratzen aus Strandgut 😆:

Morgen früh fahren wir in den Canyon hinein und nachmittags mit einem Boot die Naapali-Küste hinauf. Mal sehen, was mir da vor die Linse kommt.

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