Tag 76, 16. September: X minus 4

Das war ein schöner Abend gestern im Ryokan mit einem traditionellen japanischen Menü.
Ich muss aber eingestehen, dass ich mich inzwischen fast schmerzlich nach einem Teller Linsensuppe sehne 😆. Ich mag keine Sojasauce mehr sehen, keine Miso-Suppe und keinen Reis.

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Die letzte Nacht war gelinde gesagt schwierig. Auf diesen Tatami-Matten schläft es sich wie früher im Zelt auf der Iso-Matte, aber mit 20 geht das besser als mit 40. Ich wache nachts auf und merke jeden Knochen. Außerdem sparen die hier am falschen Ende: die Bettdecke ist oben nur bis etwa zur Hälfte in ein Laken eingeschlagen. Der Rest liegt frei. Ich weiß vorher schon, dass ich spätestens um Mitternacht die pure Bettdecke im Gesicht habe (wie vermutlich etliche vor mir) und beschließe, sie besser als zusätzlichen Puffer auf der Matte zu drapieren und mich mit dem Kimono zuzudecken. Aber das ist alles nicht das Wahre.
Tatami-Matte als Bett

Wenn nun dieses Ryokan meiner Vorstellung entsprechend ein altes Gästehaus auf dem Land mit Papierwänden gewesen wäre, urig und gemütlich, dann hätte das vielleicht besser gepasst. Aber wenn schon im Betonbau mitten in der Stadt mit Flachbildschirm im Zimmer, dann muss ich auch nicht auf der Erde schlafen.

Ein Taifun über dem Japanischen Meer sorgt heute für Dauerregen. Ein bisschen schade, denn heute sollte mit dem Fuji der landschaftliche Höhepunkt der Reise anstehen. Aber –  keine Chance. Eine dichte Suppe aus Wolken und Regen hängt über dem ganzen Land. Es ist fast ein Wunder, dass wir den Berg dann doch zu sehen bekommen. Nur knapp eine Minute lang und ohne schönes Licht, aber immerhin! Hier ist er:

Morgen fahren wir nach Tokio und ich bin gespannt auf diese Stadt! Die Freude auf Neues ist auch nach 76 Tagen ungebrochen, aber, ganz ehrlich: wir freuen uns jetzt auch riesig auf zu Hause!

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