Lazy days by the sea II

 

“Moin moin, Frau Brenneke!”, begrüßt mich ein freundlicher Mensch am Kassierhäuschen für die Fähre nach Norderney, als ich den Mazda vor der Schranke zum Halten bringe. Verdutzt blicke ich ihn an. “Kennzeichenerkennung”, ergänzt er augenzwinkernd und reicht mir die Tickets zu meiner Vorausbuchung durchs Fenster an. “Spur 1, gute Fahrt und einen angenehmen Aufenthalt!”

“1984!”, kommentiert Abi die Situation mit typisch ironischem Unterton. “Das ist die Zukunft, gewöhn Dich dran!”
Seinetwegen sind wir hier. Mein Mann gehört zu den bedauernswerten Menschen, denen die Pollensaison jedes Frühjahr zur Hölle werden lässt. Durch die milden Temperaturen sind die besonders unwillkommenen Erlenpollen bereits dieser Tage unterwegs. Wie gut, dass wir in weiser Voraussicht ab dem 15.2. gebucht hatten. Wir versuchen’s erst einmal mit Norderney, und wenn das keinen Erfolg bringt, dann geht’s nächstes Jahr ans definitiv erlenpollenfreie Mittelmeer. Ich werde da übrigens nicht widersprechen: Das Wetter ist mir lieber und außerdem bin ich – das ist eine Tatsache – erheblich schneller in Palma, als in Norddeich-Mole.

Nicht, dass ich Norderney nicht mögen würde. Ganz im Gegenteil, den Fuß auf die Frisia-Fähre zu setzen fühlt sich beinahe an, wie nach Hause zu kommen. Seit gut 20 Jahren bemühen wir uns, mindestens einmal pro Saison vorbeizukommen, und wenn es nur für ein verlängertes Wochenende ist. Um diese winterliche Jahreszeit jedoch betört die Insel mit dem eher rauhen Charme von eisigem Wind und anhaltendem Regen. Wer nun dachte, hier sei im Februar nichts los, der irrt. Die einschlägigen Cafés und Flaniermeilen sind erstaunlich gut gefüllt! Es gibt anscheinend keine Nebensaison mehr, der Rubel rollt zwölf Monate im Jahr.
Für morgen ist im Schlepptau des Sturms ein durch und durch sonniger Tag vorhergesagt und ich freue mich darauf, alte Gewohnheiten zu pflegen.

Ein perfekter Tag auf Norderney sieht für uns so aus
Morgens führt ein zweistündiger Fußmarsch den Strand hinauf bis zur Weißen Düne, wo am Kaminfeuer ein Stück Zwetschgenkuchen her muss. Zurück nehmen wir dann meist den Pfad durch die Dünen und freuen uns über ein leichtes Mittagessen im Surfcafé am Januskopf. Anschließend chillen. Später, zum Sonnenuntergang, gibt’s als warm-up ein Gläschen eisgekühlten Rosé in der Milchbar. Zum Dinner – Reservierung ist immer zwingend erforderlich – kann ich beispielsweise die Giftbude wärmstens empfehlen. Wer noch kann, lässt den Abend bei guten Mixgetränken und Cocktails aller Art im Godewind ausklingen. 

Und da ja bekanntlich nichts schwerer zu ertragen ist, als eine Reihe von guten Tagen, wird mir der angesagte Dauerregen ab Mittwoch die Abreise erleichtern, während Abi bis Ende März hier bleibt. Leaving my love behind? Das wird sich trotzdem seltsam anfühlen! Aber ich muss ein bisschen arbeiten, habe ein paar Termine wahrzunehmen, die ITB zum Beispiel.
Nun, ich werde von Zeit zu Zeit wieder hier aufschlagen. Alles kein großes Problem mehr mit 60 % Arbeitszeit. 

Mein neues Leben 2.0 beginnt mir zu gefallen! 😉

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