Tag 55, 26. August: Lava, Rauch und schwarzer Sand

Wow, was für ein Tag! Nicht weit von Hilo entfernt liegt der Volcano National Park und wir unternehmen eine schweißtreibende Wanderung durch einen schon lange Jahre erloschenen Teilbereich des Kilauea-Vulkans. Die getrockneten Lavamassen sehen aus wie gefaltetete Autobahntrassen nach einem Erdbeben und es ist erstaunlich, wie sich das Leben in dieser unwirtlichen Umgebung nach und nach durchsetzt. Man kann sehr gut sehen, dass es immer in den vom Wind geschützen Spalten anfängt, wo sich über die Jahre eine Art Boden gebildet hat. Im Kilauea Iki Crater

Wir schauen uns später noch in der aktiveren Gegend um, wo auf einer Wiese verteilt an vielen Stellen permanent Gas aus dem Erdinneren austritt. Wie das zischt und brodelt! Einer der großen Krater ist zur Zeit daueraktiv und spuckt rund um die Uhr Rauch in die Luft. Das soll am Abend wunderschön rot leuchten, aber wir entscheiden uns stattdessen für eine Tour an die Stelle, wo die Lava ins Meer fließt.

Impressionen aus dem Volcano NP:

Über Mittag zieht es uns an die Südküste mit ihren schwarzen Sandstränden. Gar nicht so leicht, hier ein Restaurant oder wenigstens eine Tassee Kaffee aufzutreiben! Stattdessen gibt es überall Tische und Bänke für selbst Mitgebrachtes. Aber ist das nicht ein toller Strand?
Punalu'u Black Sand Beach

Gegen Abend wird es abenteuerlich, als wir den Jeep parken und auf Fahrräder umsteigen. Auf einer unbefestigten Schotterstraße sind es vier Meilen bis zu dem Ort, wo die Lava aus dem aktiven Vulkan aktuell ins Meer fließt. Das ist eine Organisation hier, echt scharf: Jeder, der möchte, bietet ein Rad feil. Licht? Da muss eine Stirnlampe reichen. Für 30 Dollar sind wir dabei und ergattern zwei Gurken, die aber immerhin einen stabilen Eindruck machen. Eine Karawane aus Wanderern und Bikern macht sich hier Abend für Abend auf, um das Spektakel zum Sonnenuntergang zu beobachten. Die Strecke ist nicht allzu hügelig, aber der tiefe Schotter und die fehlende Gangschaltung bringen uns zum zweiten mal an diesem Tag ordentlich ins Schwitzen. Wie mag das nachher im Dunklen gehen? Da fahren wir wohl nach Gehör!

Wir kommen am Endpunkt an und kraxlen über eine alte Lavawüste bis zum Zaun. Sie lassen einen nicht besonders nah herankommen, denn die Dämpfe sind anscheinend mitunter giftig. Aber was haben wir hier für einen farbenprächtigen Sonnenuntergang!

Es tut mir leid wenn das jetzt aussieht, als sei es x-mal dasselbe Bild, aber ich kann mich einfach nicht entscheiden.
Wir sehen in der Ferne auch ein Lavafeld den Hang hinabfließen, aber das ist zu weit weg für meine kleine Kamera. Diese Farben hier und heute Abend! Aber es nützt alles nix, mit dem letzten Licht raffen wir uns von unserem Felsen auf und klettern zurück zur Schotterstraße, denn ein befestiger Weg ist hier Fehlanzeige und unsere Lampen taugen nicht viel. Ich hätte hier noch stundenlang sitzenbleiben und zusehen können, wie die rot-glühende Lava zischend im Ozean versinkt…
Die Rückfahrt mit den Rädern ist kein Vergnügen. Keine der Tretmühlen hier hat ausreichend Licht und Abis Sattel macht sich jetzt selbständig und dreht sich munter hin und her. Der flucht vielleicht! Die Straße scheint kein Ende zu nehmen aber schließlich tauchen die ersten Lichter am Horizont auf, wir satteln um auf den Jeep und jetzt nix wie ab unter die Dusche!

 

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