Tag 56, 27. August: Aquarius-Time

Es ist ein ‚lazy sunday morning‘ und wir fahren ohne festes Ziel in der Gegend herum. Wir wollen die Küste südlich von Hilo noch mitnehmen, bevor um fünf unser Flieger nach Maui abhebt. Die Ortschaft Pahoa gefällt uns mit ihren bunt angemalten Häusern und Straßenzügen auf den ersten Blick. Ist das hier der Ort mit Flair, den ich bisher vermisst habe? Wir steigen aus und begegnen Menschen, die hier prima hinpassen: Dreadlocks, selbst gedrehte Kippen im Mundwinkel, Batik-Tücher um die Schultern und ein Surfbrett unterm Arm. In einem geparkten Pickup wartet ein Hund schwanzwedelnd auf die Rückkehr seines Besitzers. Aus einer Pinte ertönt leise Musik, während ein barfüßiger Mittvierziger pfeifend das Chaos der Samstagnacht auf dem Tresen bereinigt. Der Titel ‚Aquarius‘ geht mir nicht mehr aus dem Sinn. Harmony and understanding… lalalalaaa…. Ich glaube, hier finden Aussteiger aus aller Welt ein neues Zuhause. So wie unser italienischer Fahrrad-Held von gestern Abend: „Haven’t been to Europe for 30 years“.

„So, und jetzt fahren wir zum Kuouiiiiu Point, oder so ähnlich. Ich kann es nicht aussprechen, es hat aber viele Ks, Is und Us“ lacht Abi. Die Straßen zum Meer sind zum Teil vollkommen von dichtem Regenwald fast tunnelartig umschlossen. Der Küstenstreifen entpuppt sich schließlich landschaftlich als das schönste, was wir auf der ganzen Insel gesehen haben. Palmen, Brandung, rauhe Lava-Küste und der dunkelblaue Ozean bestimmen die Szenerie. Wir machen es uns an einem steinigen Strand auf einem großen Stück Treibholz bequem, sehen den Wellenreitern bei ihren waghalsigen Manövern zu und lassen uns eine frische Brise um die Nase wehen. Herrlich ist es hier am Meer! Hilo ist nämlich die regenreiche Seite der Insel, weshalb die Vegetation so üppig ist. Aber es ist auch mörderisch schwül, und länger als 20 Minuten halten wir es außerhalb des klimatisierten Autos heute kaum aus.

Gucken? Bitteschön:

 

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