Zur Feier des Tages (Aufhebung der allgemeinen Reisewarnung) widme ich heute mal einen Beitrag meiner Heimat, das sind Weserbergland und Schaumburger Land im südlichen Niedersachsen.
Rückwirkend muss ich sagen, diese Zeit des Innehaltens, diese Vollbremsung aus der Achterbahn des Alltags, sie hatte nicht nur schlechte Seiten. Die Rückkehr zu den Pferden und zur Reiterei erfüllt mich mit Freude, ist wieder ein fester Bestandteil meines Lebens geworden und wird es auch bleiben. Viel Zeit mit guten Freunden zum Kochen, Wandern und Reden ist ein Luxus, den wir vielleicht schon bald sehr vermissen werden, wenn das „alte Leben“ zurückkehrt und seine gewohnten Wegerechte unnachgiebig einfordert?
Aber so ist das mit Veränderung, sie ist nie willkommen und doch ist sie immer die Siegerin. Spaß ist am Ende das, was man draus macht.
Ich kann mich nicht erinnern, mich je so sehr auf das Ende meines Urlaubs gefreut zu haben. Mittwoch kehre ich an meinen Schreibtisch zurück, wo – endlich – wieder gute Arbeit auf mich wartet. Diese Pandemie hat uns allen viel abverlangt, und ich weiß natürlich, dass sie noch nicht zu Ende ist. Aber überall ist Hoffnung spürbar und so dürfen wir unser Büro endlich wieder öffnen. „Mach‘s kurz“, hat meine Kollegin Caro kürzlich am Telefon zu mir gesagt: „Hier ist die Hölle los!“ Das war wie Musik in meinen Ohren. Wie sehr man eine sinnstiftende Tätigkeit vermissen kann, das ist uns allen im Reisebüro in den vergangenen Monaten deutlich bewusst geworden. Auch, wenn wir von Vater Staat gut versorgt waren, so will ja keiner „money for nothing“! Ganz abgesehen davon, dass die Vesorgung an der Grenze endet. Mein Mitgefühl gilt vor allem all den kleinen Agenturen und Gastgebern auf der ganzen Welt, die allzu lange keine Gäste hatten und noch immer um ihre Existenz fürchten müssen, wenn sie es überhaupt bis heute geschafft haben.
Aber jetzt ist er ja da, der Silberstreif am Horizont! Und auch, wenn wir noch nicht die ganze Welt bereisen können, so wollen wir nicht vergessen, wie schön sie ist – und Träumen ist immer erlaubt.
„So tell me if you want to see a world outside your window?“ Viel Spaß mit meiner kleinen Video-Spielerei. Ihr wollt doch alle irgendwo hin! Lasst es uns Reisebüros wissen, denn wir vermissen Euch ganz schrecklich. Wir möchten endlich wieder zuhören dürfen, Wünsche erkennen und Reisen bauen, die glücklich machen. Ganz egal, wohin.
Das ist meine Emailadresse: m.brenneke@uestra-reisen.de Und das meine Telefonnummer: 0511 / 70095 0 😜
Heute erhielt ich eine wunderschöne Mail aus dem Rheinland: Masouds Bild hat seine ewige Bleibe gefunden und ziert nun die Wohnung von Leser FRANK. Danke Dir, lieber Frank, für dieses schöne Update! Ich freue mich am meisten darüber, dass Du Dich so freust 🙂
Darüber hinaus habt Ihr vielleicht gemerkt, dass die Webseite ein kleines Facelift erhalten hat. Ich wollte es gerne noch umfangreicher gestalten, aber mein Mangel an technischen Fähigkeiten im Einklang mit meiner Aversion gegen Gebrauchsanweisungen aller Art standen diesem Vorhaben so sehr im Wege, dass Ihr mit meiner etwas wirren Navigationslogik vorerst weiter werdet leben müssen. Sorry 😎
Auf ein Neues? Genau: Auf ein Neues! Ich kann’s nicht lassen und fliege im August wieder nach Tansania, diesmal in meiner Eigenschaft als Reiseleiterin, und dabei stehe ich Interessierten gerne vollumfänglich zu Diensten. Dass es geht, dass es sicher ist, dass ich es verantworten kann – von all dem habe ich mich in den letzten zwölf Monaten längelang überzeugt. Großartigen Erlebnissen in der noch immer wenig frequentierten SERENGETI steht absolut nichts im Wege. Dabei habe ich meine Reise aus dem vergangenen August nochmals optimiert, die Zeit am Mara etwas ausgedehnt, eine weite Fahrstrecke durch einen Inlandflug ersetzt, und wer möchte, kann anschließend noch in Sansibar entspannen.
Im Link geht’s zur offiziellen Ausschreibung. Es sind aktuell noch vier Plätze zu haben. Reisetermin: 20.-30.8.2021 ab/bis Kilimandscharo
Lust? Fragen? Dann schreib mir gerne an maren@abenteuer-tansania.de
Ich bedanke mich herzlich für ganz unglaubliche 1880 Euro! Das bedeutet für nicht weniger als drei zusätzliche Kinder, dass sie nun ein weiteres Jahr zur Schule gehen können. Was für ein Lohn für ein bißchen Reisetagebuch! Und alle Spender haben sich heute selbst beschenkt.
Und wer gewinnt das Gemälde? Ich habe mit geschlossenen Augen gelost: Das Bild von MASOUD aus Stone Town gewinnt FRANK HEINEMANN. Herzlichen Glückwunsch, ich melde mich zwecks Auswahl noch persönlich.
Alles Liebe und Gute allerseits und auf bald. Wenn alles klappt, dann melde ich mich wieder im Herbst aus einer meiner absoluten Lieblingsstädte und im weiteren Reiseverlauf aus einer ziemlich coolen Wüste! Ihre Maren Brenneke
ich bin und bleibe überwältigt von Ihrer großen Spendenbereitschaft für den guten und so wichtigen Zweck in Tansania.
Ich werde immer wieder gefragt, wieviel Geld ich eigentlich brauche. Das ist wirklich schwer zu sagen, weil es ein Fass ohne Boden ist. Unsere engste Mannschaft umfasst Guides und persönliche Mitarbeiter, aber es gibt natürlich noch viele Drittkontakte, die genauso unter der Situation leiden. Betreiber kleiner Start-Ups zum Beispiel, die wir immer unterstützt haben, indem wir ihre Leistungen in unsere Reisen einbauen. Das können lokale Führungen in entlegenen Dörfern oder zu ausgefallenen Themen sein oder speziell arrangierte Mittagessen anstelle von Lunchpaketen. Wo anfangen, wo aufhören – es ist die ewig gleiche Frage und es gibt keine faire Antwort.
Das Schulgeld kann ich aber beziffern. Es variiert je nach Alter der Kinder, Qualität der Schule und Entfernung zum Wohnort (Schulbus). Manche Kinder sind zudem in Internaten untergebracht. Im Schnitt belaufen sich die Kosten auf 400-500 US Dollar pro Schulkind und Jahr.
Der 31.3. und somit der Tag der Verlosung naht. Eins dieser drei Bilder (s.o.) kann schon Mitte der Woche Ihres sein! Sie dürfen selbst auswählen. Wer noch mit in den Lostopf möchte: nur zu, und Begleitmail nicht vergessen, bitte! (Adresse siehe Impressum)
Mit Wirkung vom 14.3. stuft das RKI Tansania als Hochrisikogebiet ein. Eine Entscheidung mit Ansage, die so zu erwarten war. Präsident Magufuli scheint an Corona erkrankt zu sein. Dem Vernehmen nach wird er in Indien behandelt und liegt womöglich im Koma. Karma? Ich gönne es keinem und wünsche ihm gute Besserung. Aber ich hoffe auf einen Politikwechsel und eine Kehrtwende hin zu Vernunft, die die eigene Bevölkerung beschützt. Für Reisende ist es aus meiner Sicht nach wie vor unkritisch, weil die Regeln der TATO funktionieren und man schlicht und ergreifend privat und alleine unterwegs ist. Das sehe ich heute nicht anders als vor vierzehn Tagen. Aber ich hoffe, dass diese Maßnahme dem Tourismus im Land nicht den Rest gibt. Es wäre auch mal gut zu wissen, ob bereits Geimpfte auch den verpflichtenden Test-Regularien unterstehen, liebes Auswärtiges Amt.
Unterdessen wird Mallorca als Testballon geopfert (hoffentlich geht das gut) und am Steinhuder Meer bleibt die Außengastronomie geschlossen. Verstehe das, wer will.
Aber ich habe auch eine tolle Nachricht: Mit Zwischenstand von heute sind bereits 1040 € an Spendengeldern eingegangen!
Ich bedanke mich von Herzen bei allen Spendern für diese unglaubliche Summe, mit der ich im Leben nicht gerechnet habe. Noch ein bißchen mehr bedanke ich mich für die Flut an Emails und Whats App-Nachrichten, die mich zu meinem kleinen Reisetagebuch-Projekt erreicht haben, sei es von Freunden, Kunden oder Menschen, die ich gar nicht kenne. Wie Sie sich bestimmt denken können, freue ich mich über jede Einzelne und bin einigermaßen überwältigt von all der Freundlichkeit und der Ermutigung, weiterzuschreiben, die Sie mir zuteilwerden lassen. Dankeschön!
„Na los, komm schon, ich will es jetzt wissen!“ sage ich zu Stefan, der augenblicklich das Antigen-Tester-Set auspackt. Wir sind in Frankfurt gelandet und warten auf die Bahn. Stefan prokelt mir im Hals herum, genau wie die Dame im offiziellen Testzentrum CENTOGENE wenige Minuten zuvor. „Jetzt 15 Minuten warten“, sagt er. Ich gehe erstmal zu Rewe, brauche etwas Frisches. Einen schönen Salat mit Artischocken vielleicht, dazu ein bißchen Feta… Nach 10 Minuten ist es bereits eindeutig. C wie CLEAR. Ich habe es immer gewusst.
FAQ Mich erreichte eine Reihe wiederkehrender Fragen, die vielleicht von allgemeinem Interesse sind:
Tag 16/17, 8./9.2.2021 Ort: Stone Town o/n: Tembo Hotel
Die müssen verrückt sein! Die ziehen das SAUTI za BUZARA durch, Afrikas größtes Musikfestival mit Bands vom ganzen Kontinent, eigentlich ein fantastisches Spektakel voller gut gelaunter Menschen und fremdartiger Rhythmen, das zu erleben mir schon zweimal vergönnt war. Der Aufbau ist schon beinahe abgeschlossen, in zwei Tagen geht’s los. Zu meinem grenzenlosen Erstaunen soll die EU Hauptsponsor sein. Ob das wohl stimmt?
„Maren, aber die Flugzeuge kommen seit August!“, entgegnet Stadtführer Saloum mit ernstem Gesichtsausdruck, als ich ihn vorsichtig vor zu viel Nähe zu Touristen warne. Zur Einreise nach Tansania sind keinerlei Negativ-Tests vorgeschrieben und ich bezweifele, dass die Mehrheit der Gäste sich freiwillig vorab testen lässt. Erst recht dann nicht, wenn man das Risiko eines positiven Befundes nicht gegen Reiserücktritt versichern kann. Bei uns in Deutschland geht das inzwischen, zum Glück! Nun, mehrmals die Woche landen hier also bis zu vier Vollcharter-Maschinen täglich aus Russland, wo eine geschäftstüchtige Agentur mit den Zanzibaris lukrative Geschäfte macht, sehr zur Freude beider. Ich muss ein bißchen schmunzeln und erinnere mich an den Film-Klassiker MAN SPRICHT DEUTSCH, der unsere typisch deutschen Reise-Idiosynkrasien so herrlich auf die Schippe nahm. Aber Klischees erfüllen können andere auch: Sie sind einfach nicht zu übersehen, man erkennt sie an Hot Pants und blondierten Pferdeschwänzen unterm Cappy in der Altstadt, wo sie in Horden vor dem Freddy-Mercury-Museum Schlange stehen. Tja. Ich kann nur fotografieren, was ich sehe, und ich kann nur beschreiben, was ist.
Tag 13-15, 5.-7.2.2021 Ort: Jambiani, Sansibar o/n: Kipepeo Lodge
Mitten in der Nacht schrecke ich hoch, weil mir eine fette Ladung Gischt ins Gesicht spritzt. Es schifft, blitzt und donnert und die Palmenwipfel vor meiner kleinen Dachterrasse, wo ich die Nacht verbringe, biegen sich wütend im pfeifenden Sturm. Für einen Augenblick wähne ich mich auf einer mittelalterlichen Kogge auf dem Weg in die Neue Welt. Alles dreht sich. So viel Wein war das doch gar nicht gestern Abend!
Nach unserer ereignisreichen Safari sind wir inzwischen gut auf der Koralleninsel Sansibar gelandet, die im Moment zum Hotspot aller Spacken dieser Welt avanciert. Goa ist zu, Bali ist zu, Philippinen sind zu, Thailand ist zu – also alles twende Zanzibar? Scheint so! Zum Glück war ich vorab über die Situation im Bilde und habe eine private Villa für uns gebucht. So einfach es auf Safari auch ist, Kontakte zu vermeiden, so anstrengend ist es in einem Strandhotel, wenn die Mehrheit der anderen Gäste auf die Coronaregeln pfeift. Was laufen hier für irre Gestalten im sonst so beschaulichen Jambiani herum? Ungläubig schauen Corina und ich uns an. Hier ist wirklich alles dabei: Glatzen in Muskelshirts und weißen Turnschuhen mit Panzer-Tattoo auf dem Oberkörper feiern gemeinsam mit Hippies in Batik-Hosen und Joint im Mundwinkel, während die Zanzibaris kopfschüttelnd aber geschäftstüchtig für flüssigen Nachschub sorgen. Ich bin heilfroh, dass die Beachbars in jede Richtung mindestens 500 Meter von unserem Refugium entfernt liegen, weit genug, um mich tags wie nachts vor den Klängen von Schrabbelmusik und Gebrüll zu verschonen. Ich höre nur die Wellen und den Wind, jetzt zur Sekunde gerade fortissimo! Was für ein Sturm! Ich bin echt klatschnass.
Nachdem wir gestern gelandet waren hatten wir zunächst unser dringlichstes Problem namens TONIC WATER zu lösen. Es sei auf der ganzen Insel ausverkauft, so heißt es.
Zum Glück treiben wir in einer abgerockten Kaschemme am Straßenrand noch fünf Liter auf. Jetzt noch ein paar Flaschen Weißwein, ein paar mehr Flaschen Kilimandscharo-Bier, natürlich Konyagi – so heißt der lokale Gin – etwas Campari, und die Abende sind gerettet. Es ist sehr heiß auf der Insel und das klimatisierte Auto, das uns an die Ostküste bringt, ist ein gerade kürzlich deutlich vermisster Luxus. „Wilson, can you please put on the AirCon?“ hatte ihn einst ein Gast gebeten. Haha! Corina, die vorausgeflogen war und uns am Flughafen abholt, hat frische Litischis besorgt. „Die Schale aufbeißen, dann auslutschen und die Reste wirft man hier auf der Insel einfach aus dem Fenster, die holen sich die Vögel.“ Kein Getränk könnte gerade erfrischender sein als diese liebe Aufmerksamkeit! Mirko kurbelt später das Fenster herunter, guckt mich schief an und tut, wie ihm geheißen. „Wie die Asis!“ Er grinst. „Echt“, stimme ich voller Unbehagen zu und gucke mich nochmal um. Aber niemand schimpft erhobenen Zeigefingers mit uns. Hakuna shida.