Die Sendung mit der Maus

„Mit euch zu reisen ist, wie DIE SENDUNG MIT DER MAUS zu gucken!“, sagt Linda spöttisch-charmant von der hinteren Reihe, während wir die steinige Straße zum Natronsee entlang holpern. Sie kennt von diesem wundervollen Kontinent, den wir bereisen, bisher nur Namibia und ist fasziniert von der grundverschiedenen Landschaft hier im Rift Valley. „Wie heißt dieser Berg? Schau, so ein schöner Vogel! Gibt es hier…?“ Egal, wie die Fragen lauten, Linda erhält Antwort, denn wir alle, die ihre Reisegesellschaft bilden, sind da quasi in unserem Element. Andreas ist von Haus aus Archäologe und Ägyptologe und arbeitet als Reiseleiter für Studiosus, hauptsächlich in Zypern und Botswana. Corina lebt seit Jahren in Tansania und hat Gruppen in aller Welt geführt, vor allem im Orient. Wilson spricht und versteht gut Deutsch und ist ein wandelndes Lexikon für Tansanias Tier-, Pflanzen- und Bergwelt. Naja, und ich kenne zwar nicht jeden Piepmatz beim Vornamen, aber habe über die Jahre leidlich gute Spotter-Qualitäten entwickelt. Weiterlesen „Die Sendung mit der Maus“

Ohhhhh! Mzungu!

Eigentlich kann ich jetzt abreisen!“, sage ich zu Linda. „Zebras gesehen, Kilimandscharo gesehen…ich bin ab jetzt wunschlos glücklich!“
Also, nicht ganz wunschlos, dieses klemmende N auf dem MacBook nervt mich 😉

Nach der Landung und einer Mütze voll Schlaf haben wir einen traumhaften Vormittag auf der Maasai Lodge verbracht und bei einer Wanderung die jahreszeitlich bedingte Blütenpracht in der Maasaisteppe und den Blick auf den Kilimandscharo genossen. Der höchste frei stehende Berg der Welt ist scheu und versteckt sich tagsüber oft unter dicken Wolken. Für uns hat er sich immer mal wieder für wenige Sekunden gezeigt und friedlich grasende Zebras bildeten den perfekten Vordergrund. Ich bin hingerissen von so viel Schönheit. Wir marschieren also über Stock und Stein, als Guide Joshua, seines Zeichens Maasai und äußerst kundig, uns auffordert, stehen zu bleiben und uns ruhig zu verhalten. „Puff Otter!“, sagt er. Ich sehe sie direkt vor mir im Gras. „Wenn sie Dich beißt, hast Du noch 10 Minuten!“. OK. „Ich überlege mir jetzt erst einmal, was ich Euch in 10 Minuten so alles auftragen muss!“, bemerkt Linda trocken. Lange Rede, kurzer Sinn: Wir überleben das. Weiterlesen „Ohhhhh! Mzungu!“

Anreise mit Hindernissen

Vor ungefähr vier Wochen habe ich beschlossen, dass ich nach Ende des Corona-Lockdowns nach Afrika reisen will. Aber auch für einen alten Hasen der Touristikbranche wie mich gestaltete sich dieses Unterfangen durchaus schwierig. Also, nicht für den Teil in Tansania! Da war ganz schnell alles klar. Corina, Inhaberin unserer örtlichen Agentur, freut sich über Besuch und hat ein wundervolles Programm gebastelt.

Aber erst einmal hinkommen!

Eigentlich wollte ich heute mit meiner Mutter nach Zanzibar fliegen und hatte auch ein Ticket mit Turkish Airlines. Doch haben Mary, meine Freundin in Afrika und Mutter meines Patenkinds Daniel, und ich gemeinsam entschieden, dass das nicht geht. Es wäre unmöglich gewesen, die Kinder auf Abstand zu halten. Früher oder später wäre jemand auf meinem Schoß gelandet und man weiß ja einfach nicht, ob man selbst Überträger ist! Jedenfalls wäre ich meines Lebens nicht mehr froh geworden, wenn ich sie angesteckt hätte.

Stattdessen also Safari! Serengeti, Ngorongoro, Great Rift Valley. Keine so schlechte Alternative, und unter Erwachsenen ist jede gebotene Abstandsregel in Tansania ebenso gut einzuhalten wie in Grömitz oder Mallorca.

Ich will also mein TK-Ticket von Sansibar nach Kilimandscharo International (JRO) umbuchen. Es gibt nur leider keinen Flugplan. Und so war das: Weiterlesen „Anreise mit Hindernissen“

Reisen in Zeiten von Corona

Versuch einer Auseinandersetzung

Ich fliege am Freitag nach Tansania. Ehrlich gesagt mache ich mir überhaupt keine Sorgen um mich selbst. Meine einzige Sorge gilt den Menschen in Tansania. Als eins der wenigen Länder auf der Fernstrecke hat Tansania zum 1.6. seine Grenze geöffnet und hofft auf eine schnelle Rückkehr zur Safari-Normalität. Das Land ist wirtschaftlich abhängig vom Tourismus, und nicht nur dieses Land: Wenn Tansanias Wirtschaft kollabiert folgt eine Kettenreaktion, dann sind abhängige Nachbarländer direkt und womöglich noch viel schlimmer betroffen. Denn Tansania, mit seiner reichen, fruchtbaren Erde und den verlässlichen Regenmengen, produziert und exportiert Lebensmittel für viele Anrainerstaaten. Ist es also das Risiko wert, Menschen aus aller Welt wieder einreisen zu lassen, die möglicherweise ein Virus im Gepäck haben, das einzudämmen mit den vorhandenen Strukturen im Gesundheitswesen kaum gelingen kann? Weiterlesen „Reisen in Zeiten von Corona“

Noch’n Gedicht

Edit Montagabend: ha! Na, da hab’ ich ja was gesagt! No worries, ich bin NICHT zu den Verschwörungstheoretikern übergelaufen. Ich bin einfach nur skeptisch, und das ist ja nun nichts Neues. Seid lieb. 😜

Manchmal scheint es dieser Tage in den Medien und in den sozialen Netzwerken en vogue zu sein, den Tourismus als die Wurzel allen Übels auszumachen. Der Schurke ist gefunden! Wir reisen zu viel. Muss man über’s Wochenende nach New York? – Nein! Das muss man sicherlich nicht.

Das Gute an der aktuellen Situation ist doch die viele Zeit, die uns geschenkt wird. Ich lese so viel wie seit Ewigkeiten nicht mehr. Ich genieße die Zeit bei den Pferden, zu denen ich (was für ein glücklicher Zufall) Mitte Februar nach gut 20 Jahren zurückgefunden habe. Aber, sind wir ehrlich, gegenüber einer normalen Frequenz im Job bleibt darüber hinaus noch immer ganz viel freie Zeit, die ich – weil mein Mann nun wirklich zu Hause bleiben muss – auf ausgedehnten Spaziergängen oft alleine verbringe. Und so versuche ich seit dem 13.3. meine Gedanken zu sortieren und zu verstehen, was hier eigentlich passiert. Ich verstehe’s aber nicht! Als denkender Mensch kann man da irgendwann nur resignieren und akzeptieren, dass die liebe Sonne es eines Tages an den Tag bringt, was wirklich läuft. Oder auch nicht.
Ich bin über das Verstehenwollen sozusagen jetzt hinaus und in einem Zustand des interessierten Beobachters angelangt. Ich meine, wir haben es doch alle schon seit Ewigkeiten in flotten Sprüchen, auf Partys, herbeigeredet. Und jetzt ist es da, das Killervirus, das die Sache regelt. Huaaaa!
Vor allem er hier hat es doch herrlich beschrieben: „Wir müssen ein Exempel statuieren. Warum sollten wir diese Tiere* einfach so alles zerstören lassen? Drauf geschissen.“ (Sagt kein geringerer als Gott himself, GOTT BEWAHRE, John Niven, 2011).
*hier sind wir Menschen gemeint

Was hat das mit Tourismus zu tun? Weiterlesen „Noch’n Gedicht“

Der Rattenfänger von Hameln

Dieses berühmte Gedicht von Robert Browning kennt in England jedes Kind. Vorgetragen vom wunderbaren Ian Jelf hat er es mir als Geschenk zu Ostern zugedacht.

Aber das ist viel zu schön, um es nicht mit der Welt zu teilen ☺️

Nachtrag vom 14.4.:
Ich habe mir erlaubt, zu antworten 🙂

 

 

 

systemrelevant

Wer zieht eigentlich gerade den Karren?

Bäcker, Kassierer, Krankenpfleger, Altenpfleger, Müllmänner, LKW-Fahrer. Und, ja, auch unzählige Reisebüromitarbeiter, die sich für ihre Kunden aufopfern. Ohne sie alle geht im Moment gar nichts. Was vereint diese Berufsgruppen? Richtig: Allesamt arbeiten sie im Niedriglohnsektor. Da kann man mal drüber nachdenken, oder?

Im Vergleich stehen wir Reisebüros wohl ganz zurecht nicht an erster Stelle im Fokus des öffentliches Interesses. Aber dies ist ein Reiseblog und es gibt so einiges zu sagen. Meine persönliche Rolle war dabei eine äusserst bescheidene. Mein Team hat Großes geleistet, während ich – zufällig an den zwei ganz entscheidenen Tagen – bei meinem Mann an der See war. Ich bin letzten Freitag eingestiegen und seitdem im Krisenmodus. Erst einmal ging’s darum, diese Kunden, die unterwegs waren, nach Hause holen. Dann galt es zu beruhigen, denn auch die Menschen hier hatten Fragen. Was ist mit den Osterferien? Kann ich reisen? Bekomme ich mein Geld zurück? 83 abreisende Vorgänge sind es nur bei uns Stand heute noch, und nur bis Ende April. Das ist inzwischen alles abgesagt, alles aus. Jede einzelne Reise war ein Stück Handarbeit, die nun kassiert wurde. Da fühlt man sich wie ein Maler, dem jemand die Schere reicht. Nun sind wir Kummer gewohnt: Thomas Cook-Pleite, Airline-Insolvenzen, Naturkatastrophen und Streiks, Streiks, Streiks, die immer zu Mehrarbeit führen, die immer auf unseren Tischen landet, die aber niemals vergütet wird.
Diesmal ist die Situation noch perverser: Man nimmt uns das Geld für geleistete Arbeit rückwirkend zurück. Vom Konto. Zack. Denn Provision gibt’s auf den Reisepreis. Und x % von Null ist Null. Bäcker Bosselmann hat unser aller Herz berührt, aber ich sehe in den einschlägigen Tourismus-Foren täglich Kollegen und Reisebüroinhaber, die weinen, ja, die verzweifelt sind. Weiterlesen „systemrelevant“

280/15/10/Zero

280 Flüge auf die Kanaren sind am Wochenende wegen des Sandsturms aus der Sahara ausgefallen oder umgeleitet worden. Gehen wir einmal von einer durchschnittlichen 189er Standardbestuhlung für eine auf der Strecke gängige Boeing 737 aus, dann sprechen wir bei einer geschätzten 90%-Auslastung der Flugzeuge also von rund 50.000 gestrandeten Passagieren! An einem einzigen Wochenende! Erschwerend hinzu kommt, dass Samstag und Sonntag bei fast allen Reedereien die Wechseltage sind und wir uns Mitte Februar in der Spitze der Hochsaison für Reisen auf die Kanarischen Inseln befinden. Chaotische Zustände an den Flughäfen, in den Hotels und auch auf den Schiffen waren die Folge. Hunderte Gäste, die nicht abreisen konnten, mussten in den Bars der Schiffe oder Hotels ausharren. An den Flughäfen war die Situation nicht besser. Aufgebrachte Gäste, verzweifelte Gäste. Keine Reiseleitung und kein Reiseveranstalter der Welt kann sich von heute auf Morgen um 50.000 Menschen kümmern. Wir schlittern mit unserer Branche seit einigen Jahren von einer Katastrophe in die nächste: immer häufigere Streiks, Airline-Insolvenzen, Groundings von Flugzeugtypen, Tsunamis und andere Naturkatastrophen bestimmen den Arbeitsalltag. Weiterlesen „280/15/10/Zero“

Lazy days by the sea II

 

“Moin moin, Frau Brenneke!”, begrüßt mich ein freundlicher Mensch am Kassierhäuschen für die Fähre nach Norderney, als ich den Mazda vor der Schranke zum Halten bringe. Verdutzt blicke ich ihn an. “Kennzeichenerkennung”, ergänzt er augenzwinkernd und reicht mir die Tickets zu meiner Vorausbuchung durchs Fenster an. “Spur 1, gute Fahrt und einen angenehmen Aufenthalt!”

“1984!”, kommentiert Abi die Situation mit typisch ironischem Unterton. “Das ist die Zukunft, gewöhn Dich dran!”
Seinetwegen sind wir hier. Mein Mann gehört zu den bedauernswerten Menschen, denen die Pollensaison jedes Frühjahr zur Hölle werden lässt. Durch die milden Temperaturen sind die besonders unwillkommenen Erlenpollen bereits dieser Tage unterwegs. Wie gut, dass wir in weiser Voraussicht ab dem 15.2. gebucht hatten. Wir versuchen’s erst einmal mit Norderney, und wenn das keinen Erfolg bringt, dann geht’s nächstes Jahr ans definitiv erlenpollenfreie Mittelmeer. Ich werde da übrigens nicht widersprechen: Das Wetter ist mir lieber und außerdem bin ich – das ist eine Tatsache – erheblich schneller in Palma, als in Norddeich-Mole. Weiterlesen „Lazy days by the sea II“

Ein herzliches „Jambo sana“ auf der ABF!

Alle Jahre wieder am verlängerten letzten Wochenende im Januar ist Messe-Zeit in Hannover. Wie immer sind wir täglich zwischen 10 und 18 Uhr in Halle 19 an Stand F59 mit Abenteuer Tansania für Euch da und freuen uns auf inspirierende Gespräche über Gott und die Welt in Afrika.
Neu in diesem Jahr in unserem Angebotsportfolio ist die Aranui, dieser wunderbare Frachter in der Südsee, von dem aus ich im Sommer 2017 auf dieser Seite schon ausführlich berichtet habe. Weiterlesen „Ein herzliches „Jambo sana“ auf der ABF!“

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