Ein Sommertag

Die deutsche Batterie in Longes-sur-Mer sieht zwischen grünen Kornfeldern, die mit satt roten Mohnblumen durchsetzt sind, fast ein bisschen romantisch aus. Wären da nicht die Bunker. Und die bedrohlich wirkenden Schuss-Rohre der Panzer, die heute zum Himmel ausgerichtet sind. Kontra Operation Overlord. Und wieder stehen wir an der Steilküste und blicken fassungslos hinab auf den Ozean, das nasse Grab. Am amerikanischen Soldatenfriedhof bei Omaha Beach reiht sich dann Marmorkreuz an Marmorkreuz, ein jedes für ein Menschenleben. Ausgehaucht am D-Day 1944. Dem ‚Vogelschiss der deutschen Geschichte.‘ (A. Gauland).

Gehen wir lieber ein paar Hundert Jahre weiter zurück. Immer wieder großartig anzusehen finde ich den Teppich von Bayeux, dieses beinahe 1000 Jahre alte Meisterwerk, das die Eroberung Englands durch Wilhelm von der Normandie nacherzählt. Die Engländer machen jedes mal einen riesigen Herrmann, wenn jemand ihre Insel okkupiert, haben aber ihrerseits kein Problem damit, die Welt zu bevölkern. Ich hab sie trotzdem lieb. Wer mehr zu 1066 – mundgerecht  in Romanform – lernen möchte, dem sei an dieser Stelle Rebecca Gablés ‚Das zweite Königreich‘ ans Herz gelegt.

Weiterlesen „Ein Sommertag“

Pommeau? C’est bon!

„Los, jetzt gehen wir ins Casino!“ Ich weiß gar nicht mehr, wer die Schnapsidee hatte, aber wenn wir schon im mondänen Trouville sind, wo halb Paris das Wochenende verbringt, dann macht es auch Spaß, ein paar Jetons zu setzen.
Eine gewinnt, einer kommt mit einem blauen Auge davon und ich verliere alles, zahle aber dafür die nächste Runde nicht. Bei den Gin-Tonic Preisen hier im Land komme ich damit sogar günstig davon, aber das zählt alles ohnehin nur am Rande, denn wir hatten einen Mordsspaß und verlassen gut gelaunt das Etablissement. Einmal die Worte „Rien ne vas plus“ in der Originalsprache zu hören, das war schon spannend und den Einsatz wert. Trotzdem war es in Bad Pyrmont früher schöner, ja stilvoller irgendwie, als es dort noch ein „richtiges“ Casino gab und nicht nur Einarmige Banditen. Lange her…

Ich bin aktuell mit 25 Gästen im Land von Kühen und Calvados unterwegs und wir genießen vor allem erst einmal die frische, kühle Luft und den Wind. Insgesamt ist das Wetter eine Wohltat gegenüber dem Glutofen Deutschland. Für witzige Geschichten sind wir noch nicht lange genug unterwegs, aber ich hab‘ schon ein paar schöne Bilder:

Ferien in Kirchbrak

Meine Schwester Ulli wohnt mit ihrem Mann Jürgen und ihren drei Hunden idyllisch im alten Bahnhof von Kirchbrak im Naturpark Solling-Vogler.

Das alte Gemäuer bietet Platz ohne Ende (z.B. für was-weiss-ich-wie-viele halb zusammengebaute Motorräder) und unterm Dach, juchee, hat Ulli die Romantic Suite für Gäste eingerichtet und beklagt sich dauernd, dass sie nie jemand besuchen kommt. Ha! Das ist doch die Gelegenheit! Weder muss ich arbeiten, noch zum Fußball, mein Mann ist auch unterwegs, da hab ich mich glatt eingebucht zu einem Schwesternwochenende. Herrlich! ‚Los, fotografier das. Du bist im Urlaub. Dann musst du’s auch bloggen 😬‘

Weiterlesen „Ferien in Kirchbrak“

Dan

Die sandigen Straßen von Dar Es Salaam sind um diese Jahreszeit in katastrophalem Zustand. Dani hüpft über alle Pfützen hinweg während Mary in ihren Lackschühchen anmutig wie eine Königin durch den Schlamm spaziert und dabei aussieht wie geleckt. Auntie Maren, wie ich hier von jedem genannt werde, kämpft sich unterdessen in Sneakers und Jeans tapfer hinterher und sieht am Ende aus wie ein Ferkel. Das war schon immer so und wird sich wohl auch nicht mehr ändern. Meine Freundin Kathi kam schon als Kind am Ende eines abenteuerlichen nachmittags tadellos in Schuss aus dem Bach geklettert, während an mir alles eingesaut war.

Danis großer Tag beginnt mit einer Überraschung für mich. Na sowas! Bei Marys Schwester zu Hause machen die beiden mir die Haare auf afrikanische Art. Oha. Spontan erinnere ich mich an einen gewissen Friseursalon in Papeete. Aber Marys Schwester macht das professionell und ich freue mich wirklich sehr über die Geste. Weiterlesen „Dan“

DAR

,Jetzt aber flott‘ heißt es am kleinen Flughafen von Arusha, als ich mit Wilson nach Dar Es Salaam fliegen will. ‚You are late‘.

Die kleine Cessna ist ausgebucht und wir nehmen direkt hinter den Piloten Platz. ‚Maren, die Jungs können alle fliegen‘ habe ich die Worte eines lieben und flugkundigen Reisegenossens im Ohr. Wenn er das sagt. Na gut.

Die Landschaft ist auch aus der Vogelperspektive herrlich grün und Wilson tippt mich an ‚Schau, Kilimandscharo‘. Hach. Hinter vielen Wolken zwar, aber die Spitze ist zu sehen. Er hat wahnsinnig viel Schnee dieser Tage, kein Wunder bei dem Niederschlag der letzten Wochen. Weiterlesen „DAR“

Der Pavian von heute trägt Adidas

Immer wieder hatte Wilson diese Sneakers von Adidas als Profilbild, ich konnte es quasi nicht übersehen und habe den Wink mit dem Zaunpfahl irgendwann angenommen. Das war dann ein Spaß, als wir uns zum Shopping auf whats App verabredet haben! So war ich also vor einigen Wochen im Outlet und habe Dutzende Turnschuhe fotografiert und über den Äther nach Tansania geschickt. Ein schwarzes, relativ unauffälliges Paar sollte es schließlich sein. Adidas. Und Wilson grinste wie ein Honigkuchenpferd in die Kamera. For those who like that sort of thing… 😉 Weiterlesen „Der Pavian von heute trägt Adidas“

Glück

„Wie oft warst du schon in Tansania?“ lacht mich der Immigration Officer freundlich an. „Puh, keine Ahnung“ erwidere ich grinsend. „Na, wenn Du es schon nicht mehr zählen kannst, dann hast du es wohl verdient, Staatsbürger zu werden“ gibt er mir strahlend mit auf den Weg und ich bin drin. Das war meine schnellste Immigration aller Zeiten. Zwei große Schülergruppen hinter mir, eine aus den Staaten und eine aus Kanada, scheinen den Prozess für harmlos aussehende Deutsche mit viel Gepäck heute zu beschleunigen. Weiterlesen „Glück“

Ich packe meinen Koffer und nehme mit….

….Polten ohne Ende. Bei KLM habe ich in Economy 2×23 KG plus Handgepäck frei. Ich glaube, die machen das extra! Wie ein Packesel werde ich morgen in aller Herrgottsfrühe den Flughafen Langenhagen betreten. Seit Monaten wandert wie von Zauberhand dies und jenes zusätzliche Teil in meinen Einkaufskorb, wie z.B. Lego für mein Patenkind Daniel, Sneakers für Wilson oder Spielzeug für die Kinder der vielen Mitarbeiter unserer örtlichen Agentur. Weiterlesen „Ich packe meinen Koffer und nehme mit….“

Erstellt mit WordPress.com.

Nach oben ↑