Deko

Dienstag. „Und welche Aufgabe soll ich übernehmen“?, fragt David, als Linda und ich mit der Kamera und dem SUP-Bord ins Wasser gehen, um unser schönes Schiff vom Meer aus zu fotografieren. „Du bist die Deko!“, gibt Linda zurück und grinst.
Wir liegen in einem kleinen Hafen vor Anker und die Sonne ist zurück. Zu zweit auf dem Bord zu stehen ist eine ziemlich wackelige Angelegenheit aber wir kommen klar und machen unsere Bilder mit David an der Reling. Der hat echt den passenden Namen!

Einen Tag zuvor, Montag
„Und ich Blödmanns-Gehilfe habe die SD-Karte für die GoPro zu Hause vergessen!“, ärgert sich David. Das hätte sicher gute Aufnahmen am Mast gegeben! Der angekündigte Wetterumschwung bringt uns bei 5 Windstärken mit mehr als 8 Knoten nach Paxos. Wir brausen in ziemlicher Schräglage, aber bei Sonnenschein, über die Wellen und segeln sportlich am Wind. Anfangs finde ich das noch richtig witzig. Als die Wellentäler immer tiefer werden wird es dem armen Laines aber zu viel und er ruft tapfer nach einer Tüte. DAS wiederum gibt auch mir den Rest. Soeben gelingt es mir noch zu beherzigen, dass man nie gegen den Wind spucken soll. Also springe ich hinüber nach Steuerbord, das regelmäßig unter die Wasserlinie fällt und lasse mich von Andreas am Schlafittchen festhalten, während ich mein Frühstück verabschiede. „Das ist Full-Service-Kotzen!“, ruft er mir aufmunternd zu. Beam me up, Scotty! Ich gehöre eindeutig ins Team der Schönwettersegler. Hätte ich mir ja irgendwie denken können. Ich kann ja nicht einmal im Musikexpress fahren und bei meinen bisherigen Segeltörns hatte ich irgendwie immer Glück mit dem Wetter.
Wir ankern später in einer hübschen Bucht vor Lakka/Paxos und genießen einen Spaziergang zum Leuchtturm, als es zu regnen beginnt. Der Außenbordmotor vom Dingi (=Beiboot) spinnt rum und wir müssen auf halber Strecke paddeln. Wir entscheiden uns am Abend trotzdem für einen zweiten Ausflug on shore, denn die Taverne an Land lockt mit tollen Gerichten. Sie freuen sich über Gäste und verwöhnen uns kulinarisch aufs Beste, doch verwandelt sich der Regen unterdessen langsam in ein handfestes Gewitter. Es nützt aber alles nichts, wir müssen zurück. Es schifft! Und das Boot liegt weit draußen. Peter und Andreas paddeln so schnell sie können, aber wir werden klatschnass bis auf die Haut. Das schöne daran ist: Ich habe schon lange nicht mehr so gelacht. Lasst uns doch im Regen tanzen!

Zwei Tage später, Mittwoch
Im herrlichen Sonnenschein aber mit noch immer ordentlich Welle segeln wir in Richtung Antipaxos. Ich mache gewiss nicht zweimal den gleichen Fehler und habe mich mit speziellen Pflastern hinterm Ohr präpariert, die ihren Zweck sehr gut erfüllen, aber für Kinder leider nicht geeignet sind. Also macht es sich die Fraktion „untauglich“ aus Laini und mir im Bug bequem und dort fahren wir Achterbahn. Hui! Hoch. Hui! Runter. Macht mir heute gar nichts aus, aber Laines sieht nicht gut aus neben mir, um es vorsichtig auszudrücken. Aber auch schon gar nicht gut. Ein paar Minuten später bringt er nur ein Wort über die Lippen: „Tüte“. „LIN-DA“, brülle ich nach hinten. „Wenn es kotzen muss, ist es DEIN Kind!“ Ihr glaubt ja gar nicht, was für ein tapferer kleiner Kerl das ist. Obwohl er wirklich nicht seefest ist mault er nie und will sogar nächstes Jahr wieder mit.

Wir brechen das Segeln heute schon mittags ab und machen in einer Traumbucht der unbewohnten Insel Antipaxos fest. Das Wasser schimmert in blau-grün-türkis und zwei Strände laden schon wieder zum Lagerfeuer. Die hufeisenförmige Bucht öffnet sich nach Westen. Wenn also keine dicken Wolken mehr aufziehen dann wird das hier nachher der perfekte Sonnenuntergang.
Ich habe noch eine Playlist mit Tanzmusik und heute Abend werden wir uns Gin&Tonics mixen und dann werden wir tanzen!

Diverse Anfragen nach einem Insta-Live muss ich leider ablehnen, dafür sind wir einfach nicht schön genug. Naja, mal abgesehen von David 😉

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