Back for good

Januar – Mai – Juli – heute. 
So sieht’s nämlich aus. Ich traue mich aus der Reserve! Auch die dritte Arbeitswoche in der vorsichtigen Wiedereingliederung habe ich ohne erneuten Totalschaden überstanden und die anstrengendsten Stunden der Woche verbringe ich bei meinem Physio Philipp in der Folterkammer. Was für ein Quälgeist! „Noch 20!“ Hallo? Mein Körper rebelliert. No Sports! „Mein Traumauto ist ein bronzefarbener Seat Leon!“ fabuliert er belanglos herum, während ich nebenan fast zusammenbreche. Da hilft nur Zähne zusammenbeißen und weitermachen. Immer weitermachen. Mein Traumauto ist ein sandfarbener Toyota LandCruiser, und der fährt ab dem 23.11., also in etwa fünf Wochen, von Dar Es Salaam via Selous und Mikumi nach Ruaha…

Alle 20 Jahre etwas Neues
Ich gehe nicht voll zurück in den Beruf. Die vergangenen neun Monate waren auch ein nachhaltiger Blick in den großen Spiegel des Lebens für mich. Nur Glückskinder können sagen, dass ihnen das meiste, was sie dort sehen, gefällt. So do I.
Es war eine Zeit des Innehaltens (sehr witzig, what else, wenn man stundenlang nur auf dem Rücken liegen darf), für Netflix und Amazon Prime (herrjeh, was für Zeitdiebe! Noch vor Jahresfrist hatte ich keine Ahnung, was fernsehen on demand überhaupt ist. Abi und ich, wir sind Dinosaurier und haben eine Hörzu abonniert!) und für soziale Netzwerke, wobei ich davon wiederum 99 % der Zeit auf den Seiten von nur drei umwerfenden Frauen verbracht habe: der weltbesten Reiterin Ingrid Klimke, der Eichhörnchenhilfe Berlin-Brandenburg und the one and only Rebecca Gablé, die in ihren Romanen eine Welt erschaffen hat, die ich in meinem Leben nicht mehr missen möchte und die ich für ihre wertschätzende Art, mit Menschen umzugehen, zuallertiefst verehre.

Ich weiß wieder, wie Pferde duften, wenn man ihnen ganz nahe ist. Ich weiß wieder, wie sich ein Sonntagmorgen in d458d2de9-c6aa-4781-ae73-cafe13635e90er Turnier-Reithalle anfühlt, einen Kaffee in der Hand haltend, erwartungsfroh, bis die Freundin mit dem schönsten Pferd der Welt hereinschwebt. Ich kenne wieder den Ablauf der Lektionen, sehe den prüfenden Blick der Richter. Eines hat sich nicht geändert in den letzten 20 Jahren: Reite Dein Pferd vorwärts und richte es gerade. Takt, Losgelassenheit, Anlehnung… Ja, ich will. Ich will es unbedingt. Ich will zurück in diese Welt. Ich vermisse die Ausritte durch den herbstlichen Morgennebel mit meiner zauberhaften Fuchsstute, die schon so lange im Himmel ist, eingeschlafen einst in meinen Armen. Nach gemeinsamen 17 Jahren, fünf Monaten und einem Tag. 

Mein Leben 2.0 beginnt jetzt. Ich freue mich auch auf weitere Abenteuer mit tollen Gästen in der ganzen Welt, aber vielleicht nicht mehr drei oder vier pro Jahr sondern eins oder zwei. Dieses Jahr noch Tansania, nächstes Jahr die Norditalienische Reise II mit Liese, evtl. noch Namibia… Nicht mehr jeden Tag ins Büro, 60 % wären cool. Runter von der Überholspur.

Dass man immer erst einmal richtig hart aufschlagen muss, bis man das lernt!

 

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