Selous

Die Wette, welches Großtier wir zuerst sehen, gewinne ich bei weitem nicht. Ich muss sogar sehr lange auf meine Lieblinge warten, die “Pundamilias” auf Suaheli, was so viel heißt wie ‘Esel mit Streifen’. Von allen wilden Tieren Afrikas sind mir die Zebras die allerliebsten.

Die Topographie der Landschaft ist einmalig schön. Savanne mit Schirmakazien so weit das Auge reicht. Ein Paradies für Giraffen, denen es mit ihren langen Zungen gelingt, die grünen Blätter zwischen den monströsen Dornen herauszulösen, um sie zu vertilgen. Ich habe noch niemals so viele Giraffen auf einem Haufen gesehen wie hier. Alle paar hundert Meter steht ein Exemplar wiederkäuend in der Gegend herum und schaut den Safarifahrzeugen mit einer Mischung aus Skepsis und Neugier beim Passieren zu. Halten wir zum Fotografieren, dann gibt es in der Regel zwei Möglichkeiten: entweder läuft die Twiga, wie sie hier genannt wird, im berühmten Slowmotion-Tempo davon oder das Posen beginnt. Dazu werden die langen Wimpern aufgeschlagen, der Kopf leicht geneigt, sich eventuell nochmal gedreht. Es sieht einfach herrlich aus.

Wie lange gibt es Selous noch? Der Damm wird gebaut, wir können die Arbeiten überall sehen. Sie stauen den Rufiji oben weiter und wollen Strom aus Wasserkraft erzeugen. Ich verstehe, dass die hier lebenden Menschen Strom und Zugang zum Internet brauchen. Aber werden wir Selous verlieren? Es ist so schade, dass das im Jahre 2019/2020 noch immer eine entweder/oder Frage ist.

Bange Monaten stehen ins Haus und ich bin voller Hoffnung, dass die Vernunft siegt und der Wasserstand so geregelt wird, dass alle uralten Wanderrouten der Tierwelt bestehen bleiben können. Fingers crossed!

Ein Pickup mit Arbeitern kommt mit hoher Geschwindigkeit auf uns zu und schrotet vorbei. Ein Mann auf der Ladefläche brüllt uns ein ‘Simba, Simba’ entgegen und weist in die Richtung, aus der der Wagen kam. Uii! Löwen! Ob das ernst gemeint war? Oder wollte er nur Touristen ärgern? Eigentlich weiß ich es besser. Tansanier kämen von sich aus nie auf die Idee, das Gegenteil von dem zu sagen, was sie meinen. Ironie ist gänzlich unbekannt. Aber ich habe Zweifel.

Warum eigentlich?

Wir finden die Löwen schließlich in der angezeigten Richtung und mein Herz füllt sich mit Wärme. Er wollte einfach nur nett sein. Bedingungslos hilfsbereit. Einfach so. Auf afrikanische Art.

Von all dem Wunderbaren, was uns hier wiederfahren ist, ist es mein schönstes Erlebnis heute!

Bilder aus Selous findest Du auf meinem neuen Instagramprofil, auch wenn du selbst nicht bei Instagram bist:

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“There's more to see than can ever be seen, more to do than can ever be done. Some say eat or be eaten, some say live and let live. But all are agreed, as they join the stampede, you should never take more than you give. Some of us fall by the wayside. And some of us soar to the stars. And some of us sail through our troubles, and some have to live with the scars. There's far too much to take in here, more to find than can ever be found! But the sun rolling high through the sapphire sky keeps great and small on the endless round.“ [Sir Elton John, Circle of life] #selous #saveselous #saveseloussaveourheritage #tanzania #wildlife #abenteuertansania #bushtaxi #4x4safari #elephant #lioness #africa #selousrivercamp

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