Es ist wie es ist.

Vorbemerkung
23.1.2021, Hameln

Die Covid-Pandemie hält die Welt in Atem. Ich fliege trotzdem nach Tansania. Und ich habe viele gute Gründe. Doch je näher der Tag der Abreise rückt, umso krimineller komme ich mir vor. Was für eine irre Situation! In Deutschland bin ich als Reisende der personifizierte Egoismus, in Tansania die personifizierte Hoffnung. Traumhaft.

„Flieg unterm Radar, nicht bloggen, kein Instagram, gar nix!“ riet mir mein weiser Kumpel Andreas. Es ist ein guter Rat, und ich werde ihn beherzigen. Es ist alles schwierig genug. Ich kann mich nicht vor dem täglichen Early Morning Wake up-Call noch mit möglichen Social Media-Shitstorms beschäftigen. Ich mach’ das anders. Ich schreibe meine Berichte wie immer, aber ich veröffentliche sie nicht gleich. Sondern erst dann, wenn wir alle wieder zu Hause sind. Tag für Tag, quasi re-live.

Ob das feige oder vernünftig, richtig oder falsch ist, das sollen andere beurteilen. Ich weiß es nicht. Ich weiß nur…..

Es ist wie es ist.
Tag 1, 24.1.2021

“Bist Du verrückt? Die wollen doch diesen Pflichttest vor Rückreise aus non-Schengen einführen! Wenn Dein Test positiv ist, dann kannst du nicht nach Hause!” hat sie gesagt.

Gleich geht es also los. Ich fliege nochmal nach Tansania. Jetzt lassen wir mal alle Gefühle außen vor und schauen auf die Tatsachen: Es ist doch ein theoretisches Problem! Wir Reiseanbieter haben eine Reihe von Maßnahmen für den sicheren Safaritourismus in Tansania ergriffen, die ich noch immer für richtig halte und zu denen ich gegenüber Kunden stehe. Ich war mir im Juni sicher, dass ich mich in Tansania nicht mit Covid infizieren kann, und ich bin geflogen. Ich war mir im August sicher, dass ich mich in Tansania nicht mit Covid infizieren kann, und ich bin geflogen. Und ich bin mir jetzt sicher.

Was genau ändert also diese Testpflicht, wenn sie denn kommt?

Jetzt einen Rückzieher von der Reise zu machen wäre wie ein Eingeständnis, die letzte Verantwortung, nämlich die am eigenen Leibe, zu scheuen. Und das kommt natürlich nicht infrage.

Gleichwohl bleibt zu hoffen, dass ich meine Worte nicht fressen muss. Sorgen machen mir allein die Heerscharen russischer Partypeople, die seit kurzem in Sansibar einfallen (vgl. Süddeutsche Zeitung). Ich wage zu bezweifeln, dass sie alle – so wie wir – vorab negativ getestet sind.

Aber das sind sie, die Folgen, wenn man Schwellenländer, die vom Tourismus existenziell abhängig sind, ihrem Schicksal überlässt. Walle, walle, manche Quelle…

Ich habe in den letzten zehn Monaten so viele Briefe geschrieben! An den Bundesminister für Entwicklungshilfe, an Dunja Hayali… und wer weiß, an wen noch. Wenn wir in Afrika nicht bald zu einem geordneten Tourismus zurückkehren, dann hat das schlimme Konsequenzen. Ich habe den größten Respekt vor den Politikern, die in dieser nie da gewesenen Situation Entscheidungen treffen. Wirklich! Aber ich werbe entschieden für einen differenzierteren Blick nach Afrika.

Unser Reiseverlauf in der Übersicht

Ich habe dieser Tage, die so viele Zweifel mit sich brachten, etwas Schönes gelesen:

„Wenn Du Dich mal nicht entscheiden kannst, dann wirf eine Münze. Es ist egal, wie sie landet. Schon beim Hochwerfen wirst Du wissen, auf was Du hoffst.“

Und wenn Du es dann nicht tust – naja, dann bist Du jedenfalls kein Eichhörnchen 😉

Up, where we belong:

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