Frau Dortmund aus der Milchbar

„Genau für Sie habe ich hier freigehalten!”, strahlt uns eine weißhaarige Lady an und deutet auf zwei der heiß begehrten freien Plätze neben sich im angesagtesten Hotspot der Insel, wenn es abends auf den Sonnenuntergang zugeht. Ich bin heute dran mit Anstellen für Getränke, das kann dauern. Als ich mit einer Flasche eisgekühltem Rosé und einem Glas Oliven zurückkehre, hat ‚Frau Dortmund‘, wie wir sie nennen, meinen Mann Abi in ein Gespräch vertieft. Das ist also die Währung von Frau Dortmund, ahne ich, und auch, dass ich den Rosé weitestgehend alleine trinken muss. “Wir haben uns schon bekannt gemacht!”, strahlt sie mich an und, nein, sie trinke doch Pfälzer Riesling!

Ich lümmele mich in die Ecke auf dem bequemen Sofa und die etwas zu laute Lounge-Musik, die direkt über mir aus dem Lautsprecher schallt, verhindert eine Beteiligung meinerseits am weiteren Gesprächsverlauf.

Was für eine schöne Aussicht! Die vollverglaste Front lässt das Licht hinein und den Wind draußen. Die Nordseewellen laufen sanft über den Strand und zerstören ohne Rücksicht auf die Gefühle der kleinen und großen Baumeister die Werke des Tages.

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BER.LIN

Alle Jahre wieder ist Anfang März ITB-Zeit, wenn die ganze Welt nach Berlin kommt, die Reisebranche sich selbst feiert und die Einkäufer ihre Geschäfte erledigen.
Auch ich bin im Auftrag meines Arbeitgebers unterwegs und bin zufrieden mit meinen Ergebnissen. Das spannendste Thema dieses Jahr waren die „Lost Places“ – Fotoreisen, die wir für einen Fotografen, der Seminarreisen anbieten wird, arrangieren sollen:
Immer wieder legt mir der freundliche polnische Touristiker lächelnd und auffordernd nickend seine Hochglanzprospekte von Krakau unter die Nase und will zunächst so gar nicht verstehen, dass ich mich dafür nicht begeistern möchte, sondern stattdessen vermoderte und vergammelte Locations suche. Verlassene Ruinen. Alte Fabriken. Nein, also sowas hat noch niemand bereisen wollen, ist er sich sicher. „Und keine Stadtführung?“ Nein. „Keine Stadtführung“.  „BER.LIN“ weiterlesen

Ladies‘ weekend

Das habe ich wieder großartig hingekriegt! Da bin ich einmal im Jahr mit Freundinnen im Harz zu einem gechillten Wochenende verabredet und lege mir eine Abendveranstaltung im Büro ausgerechnet so, dass ich den ersten Abend verpasse. Mit ein paar übrig gebliebenen Studiosus-Schnittchen und mit mehr Klamotten, als für die Weltreise im Kofferraum, komme ich gegen 23 Uhr im Hasseröder Ferienpark in Wernigerode an. Jetzt mal ehrlich: Saunasachen, Wintersachen zum Wandern (der Vorsatz war da) und ein paar Brettspiele – da kommt so einiges an Polten zusammen! „Ladies‘ weekend“ weiterlesen

„Wenn Du Dir das Bild ins Büro hängst….

…dann schenke ich es Dir!“ schreibt meine reiselustige Freundin. Das kann ich natürlich nicht machen, aber, ganz ehrlich, manchmal würde ich gern.
Warum um alles in der Welt wollen alle nur noch Wohnungen in Städten mieten und Hotelzimmer sind nicht mehr gut genug? Wenn ich es mir recht überlege, liegt die Antwort auf der Hand: Mehr Platz, die Möglichkeit, selbst zu kochen, sich möglichst authentisch und einheimisch fühlen. Die Kehrseite der Medaille sind gekündigte Mietverträge, weil die Bude, tageweise an Touristen vermietet, ein Vielfaches der Monatsmieten einbringt. Immobilienhaie machen sich die Taschen voll und wir machen fröhlich mit. „Ich hatte da neulich einen Palazzo in Venedig, also ehrlich, das war ein TRAUM sag‘ ich Dir, ein einziger TRAUM.“

Für die Oma, die vielleicht dafür aus der Wohnung geflogen ist, in der sie ihr Leben verbracht hat, ist es wohl eher ein Alptraum. Und, Freunde, natürlich passiert das.

Kap der Guten Hoffnung

Als wäre es die Amalfitana von Kapstadt, so schlängelt sich der Chapman’s Peak Drive an der Küste entlang und gestattet hinter jeder Kurve eine neue Aussicht auf die kilometerlangen, weißen Sandstrände der Kaphalbinsel, die sich heute im schimmernden Morgenlicht präsentiert. Das Meer glitzert in allen Farben von blau bis türkis und weiße Schaumflocken tanzen auf den Wellen. Wolkenfelder hängen wie Wattebäusche in den Spitzen der prägnanten Hügelkette der Zwölf Apostel.

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The Mother City

‚Es bringt nichts früh loszufahren, dann stehen wir nur im Stau’ meint Ralf und dieser Satz klingt wie Musik in meinen Ohren.

Je näher wir Kapstadt kommen, umso mehr illegale Siedlungen säumen die Straße. Auch, wenn die Regierung kontinuierlich Häuser für die ärmsten der Armen bauen lässt, so ist das Problem der Arbeitslosigkeit und der Perspektivlosigkeit ungelöst. Täglich 600 Fälle von Gewalt an Frauen und Kindern zeigt die Statistik des Landes auf und sie sind machtlos, aber durchaus kreativ: Die Staatskasse spendet Satellitenschüsseln und Fernseher gegen Langeweile und es scheint ein erfolgreiches Mittel zu sein, denn die Zahlen gehen runter.

Was geht es uns dagegen gut an diesem Tag, an dem unsere einzige Sorge ist, ob der Wind die Auffahrt auf den Tafelberg zulässt oder nicht…

You know what? Heute lasse ich vor allem Bilder sprechen, denn so sehr ich mir das Hirn auch zermartere, es kommen keine gescheiten Sätze heraus. Kein Alkohol ist auch keine Lösung! „The Mother City“ weiterlesen

The Big Easy

In ‚Omas Bakery‘ irgendwo in der Prärie zwischen Mossel Bay und den Winelands stoppen wir für ein leichtes Mittagessen und den obligatorischen Gang durch die hiesige Keramikausstellung. ‚Herrlich, hier gibt es gestrickte Klorollenüberzieher, guck mal!‘ ruft Annette. Ich finde etwas ganz anderes für sie, nämlich ihre heißgeliebte Lakritze, hier aus eigener Herstellung und abfüllbar in der guten, alten Papiertüte zu wenigen Rand pro hundert Gramm.

Wir erreichen die Küste bei Gaansbai, wo eine steife Brise weht und die Sonne aus allen Knopflöchern scheint. „The Big Easy“ weiterlesen

Sherry with the Fruits

Ein warmer Wind weht mir durchs Gesicht und in der untergehenden Sonne sehen die Zebras nochmal so schön aus. Ich habe einen Sonnenbrand und zuletzt zu viele Gin&Tonics getrunken, aber die Romantik des Augenblicks ist nahezu vollkommen. ‚Malaika, wollen wir uns wieder vertragen?‘ trällert Markus, holt mich in die Realität zurück und hält mir ein Schnapsglas mit Jameson unter die Nase. ‚Weißte doch, Prophylaxe, ne?‘ Ich lehne dankend ab und widme mich wieder meinen Aufgaben auf dieser Tour. „Sherry with the Fruits“ weiterlesen

Meer, Natur und eine Handtasche für Maren

Welch ein Geschenk es doch ist, dass mir Ende November eine warme Morgensonne beim Frühstück auf den Rücken scheint. Überhaupt ist das Frühstück mit Strand- und Meerblick, mit frischem Obst und zu einer christlichen Uhrzeit ein friedlicher Start in den Tag. ‚Mal sehen, ob sie uns das morgen früh schon wieder vergessen haben, dass wir sie heute haben ausschlafen lassen‘ lache ich Ralf an und der nickt – morgen wird es nochmal richtig früh losgehen. „Meer, Natur und eine Handtasche für Maren“ weiterlesen

Moby Dick

‚Maren, ich hab‘ ne tolle Nachricht für dich‘ sagt Ralf, ‚wir schaffen sowohl das Apartheid Museum als auch den Besuch von Soweto heute Vormittag.‘ Die SAA hatte unseren Flug vor drei Wochen um zwei Stunden nach vorne verlegt und eigentlich bedeutete das, eins von beidem aus dem Programm zu streichen. Aber mit dieser disziplinierten Gruppe geht das trotzdem, denn ein strenges Zeitmanagement sind sie inzwischen ja gewöhnt 😉 „Moby Dick“ weiterlesen

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