Tag 46, 17. August: Bora Bora

Hallelujah, war das eine Nacht! Wir haben so gut wie keine Ladung mehr an Bord und nur noch wenig Tiefgang. Dazu kommt, dass die Aranui mit ihren gut 1oo Metern Länge ein verhältnismäßig kleines Schiff ist und natürlich keine Stabilisatoren hat, wie sie moderne Kreuzfahrtschiffe benutzen. Der Kapitän spricht am Morgen von bis zu sechs Meter hohen Wellen, die uns ziemlich zugesetzt haben und auch die ein oder andere Kurskorrektur erfordert haben. Ob da ein bißchen Seemannsgarn dabei ist? „Tag 46, 17. August: Bora Bora“ weiterlesen

Tag 45, 16. August: Rangiroa

„Morgen früh um 6:30 fahren wir in die Lagune von Rangiroa hinein, da begleiteten uns eigentlich immer Delfine“ verriet Jörg uns gestern Abend. Alles klar, Atomkraftwerk war programmiert, ich wache auf und ich springe fix in Jeans und Sweater, ungekämmt und fern der Heimat. Die Delfine verpasse ich, weil ich auf der falschen Seite stehe, aber die Einfahrt ist trotzdem herrlich anzusehen. Dieses Tuamotu ist schier riesig, hat 50 km Umfang, ist aber nur 100-150 Meter breit, weswegen die innenliegende Lagune, in der wir vor Anker gehen, sehr groß ist. Der Viermaster Wind Spirit ist auch hier. Mit der Barge, gesteuert von meinem Freund Roger, schippern wir gen Strand, wo die vordere Klappe sich in den Sand hinein öffnet. „Wie ’44 in der Normandie“ spottet der Engländer und ich kann mir das Lachen nicht verkneifen. Die Assoziation liegt durchaus nahe und englischer Humor darf das. „Tag 45, 16. August: Rangiroa“ weiterlesen

Tag 44, 15. August: auf See

Nachdem wir die Marquesas hinter uns gelassen haben ist es ein weiter Weg zurück zu den Gesellschaftsinseln, wobei wir zunächst die Inselkette der Tuamotus ansteuern. Übrigens ist das die Bedeutung des Namens unseres Schiffs: ‚Aranui‘ ist Maori und heißt ‚langer Weg‘.
Vormittags genießen wir Terry Hunts zweite Vorlesung. Man weiß, dass die Osterinsel vor der Besiedlung um 1200 AD mit Millionen von Palmen bewachsen war, von denen bei Erstkontakt mit Europäern allerdings keine einzige mehr stand. Terry hat eine Theorie entwickelt die besagt, dass in polynesischen Kanus importierte Ratten die komplette Rodung Rapa Nuis verursacht haben und nicht etwa menschliche Gier ohne Weitsicht. Daraus ergibt sich im zweiten Schritt eine ganz neue Sicht auf die dort siedelnde Gesellschaft, die Terry zufolge eine friedliche und intellektuell hoch entwickelte war. Immerhin war es ihnen gelungen, tonnenschwere Steinfiguren mit Köpfchen statt mit roher Gewalt kilometerweit zu transportieren.
Für die Ratten war es nach Terrys Einschätzung die „größte Party aller Zeiten“ – Futter in Form von Palmensaat ohne Ende und keine Feinde. Bedenkt man die Fertilität von Ratten, haben diese den Palmen über kurz oder lang den Garaus gemacht. So lautet jedenfalls seine spannende These, die noch weiter zu erläutern hier zu komplex wäre. Ich bin nicht der Professor, er ist es. Es steht alles in seinem Buch!

Der restliche Tag verläuft weitestgehend ereignislos. Inzwischen kennt man so gut wie jede Nase an Bord mit Namen und ich schwatze mal hier, mal da und außerdem viel mehr über meinen Beruf, als ich mir vorgenommen hatte. Aber ich kann nicht anders. Man ist eben doch, was man ist, nicht wahr? Und ich kann freilich tagelang über Tansania reden, ohne dass es mir jemals langweilig oder zu viel würde…

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Vortrag Dr Terry Hunt
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Rapa Nui – Moai Walking
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Gute Nacht!

Tag 43, 14. August: Chill to the Maxx 

Wir besuchen heute zwei Inseln, die wir in den vergangenen Tagen breites angelaufen hatten und sammeln unsere Kühl-Container wieder ein. Es gibt kein Programm, wer möchte, kann in Eigenregie an Land gehen. Ich genieße einen faulen Vormittag mit Abi an meinem Lieblingsplatz, der offenen Verandabar auf Deck 6 am Heck. Wir liegen am Pier in einer geschützten Bucht und es könnte zum Sterben schön sein, würden sie uns nicht via Lautsprecher mit ABBA und My Way auf Panflöte terrorisieren. Zugegeben, es ist sehr leise und abgesehen von mir stört’s vermutlich niemanden, aber an die Dauerbeschallung, die aus der Liebe der Polynesier zur Musik zu erklären ist, kann ich mich nicht gewöhnen. Selbst die Matrosen laufen in ihrer Freizeit mit kleinen Brüllwürfeln herum und ich erinnere mich, dass Guide Steven auf der Wanderung ein Kofferradio im Rucksack hatte.  „Tag 43, 14. August: Chill to the Maxx „ weiterlesen

Tag 42, 13. August: Die Pferdeinsel

Heute morgen legt der Kapitän in der engen Bucht von Vaipaee ein spektakuläres Manöver hin. Wir fahren zunächst ein Stück weit in die Bucht hinein und werfen dann den Anker. Nun dreht das Schiff auf der Stelle um 180 Grad, weil wir hier später rückwärts nicht wieder herauskommen würden. Als wir querab sind, scheinen wir die volle Breite der Bucht auszunutzen und ich kann beinahe die Felsen berühren. Oben auf dem Bergkamm sind meckernde Ziegen neugierige Beobachter des seltsamen Geschehens. „Tag 42, 13. August: Die Pferdeinsel“ weiterlesen

Tag 41, 12. August: Hiva Oa – Puamau

Früh um 7:30 gehen wir an Land und besichtigen die berühmteste historische Kultstätte der Marquesasinseln namens Te L’Ipona.
Hier stehen diverse Tikis, das sind Steinfiguren unterschiedlicher Größe, die zu Ehren der Toten errichtet worden sind. Das hat nun wieder etwas mit Mana (ich berichtete) zu tun, denn mit der Figur huldigte man dem Toten nicht nur, wenn man ihm wohl gesonnen und es eine wichtige Person war, sondern auch, wenn es ein bedeutender Feind war, den man im Kampf besiegt hatte. Den Stein gewordenen Geist konnte man auf diese Weise nämlich durch Opfergaben besänftigen. „Tag 41, 12. August: Hiva Oa – Puamau“ weiterlesen

Tag 39, 10. August: Hiva Oa – Atuona

„Du kannst ja um 17 Uhr am Tanzkurs teilnehmen“ sagt Abi, um mich zu ärgern. Da Tanzen zwangsläufig mit Musik verbunden ist, und ich in den letzten Tagen genug Musik für die ganze Reise gehört habe, fällt es schon aus diesem Grund aus. Heute ist ein herrlicher Tag. Die Sonne lacht, aber es ist windig und nicht so heiss und wir genießen einen interessanten Vormittag im Ort Atuona, wo der Maler Paul Gaugin gelebt hat und auch begraben ist. „Tag 39, 10. August: Hiva Oa – Atuona“ weiterlesen

Tag 38, 9. August: Kein Ponyhof, aber wunderbar

Wir liegen in der Bucht von Hakahau auf der Insel Ua Pou und schaukeln sanft vor uns hin. Die Sonne lacht durchs Fenster herein und wir freuen uns auf einen Tag ohne großes Programm. Man hätte heute morgen an einer Wanderung teilnehmen können und zu Mittag gibt es eine Tanzvorführung der berühmtesten Gruppe aus dem Südpazifik im Ort, aber die kommen bestimmt auch mal zur ITB… Heute müssen sie jedenfalls ohne uns zwei im Publikum auskommen. Bei aller Seefahrerromantik lassen sich die Hitze, die Luftfeuchtigkeit und die Moskitos nicht dauerhaft ignorieren. Aber das wussten wir alles vorher und das ist nun einmal Teil der Authentizität dieser Reise, die uns körperlich einiges abverlangt. „Tag 38, 9. August: Kein Ponyhof, aber wunderbar“ weiterlesen

Tag 37, 8. August: Nuku Hiva

Spannend! Am frühen Morgen erreichen wir die Marquesasinseln und sogleich beginnt die Mannschaft mit dem Löschen der Ladung. Der große Kran setzt sich in Bewegung und ein Container nach dem anderen wird an Land gehoben und per Gabelstapler weiterverladen. Ist das ein Gewusel! Welch große Menge an Fracht sich da vorne verbirgt finde ich erstaunlich.
Wir Gäste besteigen derweil je zu viert einen Pickup und schauen uns zunächst die katholische Kirche an, bevor wir bis auf 900 Meter über NN gelangen und im tiefsten Inselinneren Kamuihei erreichen, eine historische Stätte der Ureinwohner. „Tag 37, 8. August: Nuku Hiva“ weiterlesen

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