Chobe

‚Ich habe heute Nacht einen Spaziergang im Zimmer gemacht‘, ruft mir Evi um kurz vor 6 zu, als wir im Morgengrauen den Land Cruiser für die Pirschfahrt an den Ufern des Chobe-Flusses besteigen. Die Zimmer in der guten alten Chobe Safari Lodge sind wirklich sehr groß.

Noch bevor wir den Nationalpark erreichen läuft uns ein Rudel Wildhunde vor die Kamera. Die Tiere sind vom Aussterben bedroht und schwer zu finden. Wir haben anschließend eine wunderbare Morgenrunde im Licht der aufsteigenden Sonne. „Chobe“ weiterlesen

Autsch!

Das Ehepaar aus Simbabwe neben mir im Flugzeug ist wunderbar freundlich und hilfsbereit. ‚Hier, meine Karte. Wenn ihr irgendwas braucht in Kasane, sei es Hilfe oder Unterkunft, dann ruf mich bitte an!‘ Das ist sehr großzügig und kommt natürlich nicht von ungefähr – in Addis ist eine Mitreisende beim Einstieg in den Bus zum Flieger böse gestürzt und hat große Schmerzen. Tapfer, aber leise jammernd sitzt sie neben mir und muss es irgendwie noch bis Kasane schaffen. Dort gibt es ein Krankenhaus mit Notfall-Ambulanz. Noch vier Flugstunden und 90 Minuten Busfahrt inklusive Grenzübergang liegen vor uns. Puh. „Autsch!“ weiterlesen

Auf nach Victoria Falls!

„Also ein bisschen beleidigt bin ich aber schon“, ließ mich Christoph Hückelheim von SAA während der ITB wissen.

Ethiopian Airlines hat zu dieser Saison eine neue Strecke im Flugplan, denn die 707 nach Addis hat jetzt Anschluss nach Victoria Falls.

Bei aller Sympathie für South African Airways, die das südliche Afrika jahrelang mehr oder weniger konkurrenzlos bediente: Ich fliege mit meiner Gruppe nicht 12 Stunden nach Jo’Burg und weitere 3 Stunden nach Maun oder Vic Falls wenn ich in 6,5 Stunden in Addis und weiteren 4 Stunden am Ziel sein kann! Der Service geht nicht täglich, aber ich bin sicher, das wird in Zukunft gut angenommen und ausgeweitet werden. „Auf nach Victoria Falls!“ weiterlesen

aan Zee

„Ein schwarzer Golf, Kennzeichen OG – …“ flötet die Stimme aus dem Mikrofon über den Käsemarkt von Alkmaar und ich denke darüber nach, wie unangenehm das wohl sein muss, hier vor Tausenden ausgerufen zu werden, weil man falsch geparkt hat. Wir schlängeln uns an den Ständen entlang und es duftet nach Käse in allen Variationen. Sie haben auch in dieser Stadt die üblichen Grachten, auf denen Boote entlangschippern und deren Ufer Cafés und Restaurants säumen. Die Glocken der Kirche am Käsemarkt spielen klassische Musikstücke.

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reCycle ing

„Hier links, das ist der Flohmarkt“, spricht unser Grachtenboot-Captain ins Mikrofon, „da holen sich die Amsterdamer ihr geklautes Fahrrad für 20 Euro zurück. Wir nennen das Recycling!“ und erntet verdientermaßen viele Lacher.

Das ist nun also die Weltstadt Amsterdam. „reCycle ing“ weiterlesen

Ein Selbstversuch

Es ist 14 Uhr und mein Magen rebelliert. Was für ein Vormittag! Ich will einfach nur für 20 Minuten meine Ruhe haben, beschließe, das Smartphone auf dem Schreibtisch liegen zu lassen und gehe in die Stadt. Ich sitze also im Restaurant und warte auf mein Essen. Und sitze. Und warte. Was bis vor fünf Jahren selbstverständlich war, macht mich jetzt nervös: Wie gestalte ich die vor mir liegende Wartezeit? Immer wieder wandert meine Hand wie automatisch „Ein Selbstversuch“ weiterlesen

Ich möcht‘ der Knopf an Deiner Bluse sein

„Das ist von Barthaar-Ilic“ sagt Liese und dreht auf. Wenn der Busfahrer gleichzeititg Comedian, DJ und Grillmeister ist, wird es unterwegs nicht langweilig. Mit ihm kann ich mir die Bälle bundesligatauglich zuspielen, wir arbeiten niemals allein und Hand in Hand, so, wie es außen so schön auf die Bus-Scheiben gekleistert ist. Der Stein des Anstoßes. Und ich krieg‘ den Elfmeter!

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„Alte Links“ oder Schnodder aus dem Meer

‚Merken Sie sich mal ‚Alte links“ rufe ich einer Mitreisenden zu: ‚Wenn ich nachher frage‘. Sie blickt mich etwas verständnislos an, lächelt aber tapfer und nickt.

Der Abend gestern war lang. Wenn wir schon in St. Malo ‚intra muros‘ untergebracht sind, dann müssen wir das auch ausnutzen und versacken im Irish Pub bei Guinness und Kilkenny. Nachmittags hatte es in Cancale frische Austern gegeben. Also ich – als Verweigerer jeglichen Seafoods – habe das mit dem Probieren bereits letztes Jahr hinter mich gebracht, todesmutig. Besonders widerwärtig finde ich, dass die an einem Bändchen hängen. Dieses Jahr verzichte ich mit Vergnügen und tausche meine drei Exemplare bereitwillig gegen ein Glas Weißwein ein. „„Alte Links“ oder Schnodder aus dem Meer“ weiterlesen

Ein Sommertag

Die deutsche Batterie in Longes-sur-Mer sieht zwischen grünen Kornfeldern, die mit satt roten Mohnblumen durchsetzt sind, fast ein bisschen romantisch aus. Wären da nicht die Bunker. Und die bedrohlich wirkenden Schuss-Rohre der Panzer, die heute zum Himmel ausgerichtet sind. Kontra Operation Overlord. Und wieder stehen wir an der Steilküste und blicken fassungslos hinab auf den Ozean, das nasse Grab. Am amerikanischen Soldatenfriedhof bei Omaha Beach reiht sich dann Marmorkreuz an Marmorkreuz, ein jedes für ein Menschenleben. Ausgehaucht am D-Day 1944. Dem ‚Vogelschiss der deutschen Geschichte.‘ (A. Gauland).

Gehen wir lieber ein paar Hundert Jahre weiter zurück. Immer wieder großartig anzusehen finde ich den Teppich von Bayeux, dieses beinahe 1000 Jahre alte Meisterwerk, das die Eroberung Englands durch Wilhelm von der Normandie nacherzählt. Die Engländer machen jedes mal einen riesigen Herrmann, wenn jemand ihre Insel okkupiert, haben aber ihrerseits kein Problem damit, die Welt zu bevölkern. Ich hab sie trotzdem lieb. Wer mehr zu 1066 – mundgerecht  in Romanform – lernen möchte, dem sei an dieser Stelle Rebecca Gablés ‚Das zweite Königreich‘ ans Herz gelegt.

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